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06.09.2018

Wohnungsbaugenossenschaft Baltrum


WoGe Baltrum
Bürgerversammlung am 19. Oktober 2018 im Haus des Gastes

WoGe Baltrum - dies sei ein griffiger Namen mit visuellem Potenzial (Idee: Metz) für die noch zu gründende Baltrumer Wohnbaugenossenschaft und war eines der Ergebnisse, die sich bei der Vorstellung am 6. September 2018 im Rathaus herauskristallisierten. Bürgermeister Berthold Tuitjer hatte seit über einem Jahr für sein Projekt geworben, und auch wenn die Veranstaltung am Donnerstagvormittag - wohl saisonbedingt - nur mäßig besucht war, fanden sich die fünf nötigen Mitstreiter, die es zur Gründung einer Genossenschaft mindestens bedarf. Weitere Unterstützung ganz unterschiedlicher Natur wurde aus den Reihen zugesagt. Man wurde sich einig, die Gründung der Genossenschaft bei einer Bürgerversammlung am Freitag, dem 19. Oktober um 20:30 Uhr im Haus des Gastes in angemessen großem Rahmen voranzubringen. Mögliche Kandidaten für Vorstand (mindestens zwei) oder Aufsichtsrat (mindestens drei Mitglieder) wären Petra de Vries (FeWoFix in Haus Dünenruh), Denis Metz (Marketingabteilung Baltrum), Karl-Siegried Völkel (Immobilienmakler aus Essen mit Verbindungen zur Insel, Haus Bremen), Martin Heinkelein (Ferienwohnungsbesitzer und -betreiber, Haus Otten) und Bürgermeister Berthold Tuitjer selbst - wenn sich noch weitere Interessierte finden würden, wäre dies allen sehr recht. Denn Arbeit wird es genug geben, und mögliches Know-How und Kompetenzen in allen Richtungen sei gerne willkommen.

Es gibt ein Wohnraumproblem auf der Insel: 806 Ferienwohnungen und 235 Zweitwohnungen, die zur Hälfte in Eigennutzung seien, stünden 25 Wohnungen der Gemeinde und 60 Wohnungen im privaten Bereich gegenüber. Gute Unterkünfte würden gute Mitarbeiter nach sich ziehen, stellte Tuitjer das Dilemma dar, das ihn derzeit selbst trifft: die dringende Besetzung des Posten des Betriebsleiters bzw. der Betriebsleiterin für das SindBad scheitere an einer geeigneten Wohnung (für eine Familie). Für die gesamte dörfliche Struktur sei es von immenser Bedeutung, auf Dauer genügend Wohnraum zur Verfügung stellen zu können, war sein Fazit. Was einer nicht schaffe, könnten viele schaffen, so das Credo für die Genossenschaft. Es stünden möglicherweise einige Häuser zum Verkauf, und man könnte auch ganz klein, z.B. mit einer Wohnung anfangen. 400.000 Euro Eigenkapital werden von ihm angestrebt, das wären 1.600 Anteile à 250 Euro.

Kirsten König, Vertreterin des Genossenschaftsverbandes Weser-Ems, gab detaillierte Antworten auf diverse Anliegen und hat Ihr Beisein an der Bürgerinformationsveranstaltung zugesagt. Es war unter anderem die Frage aufgekommen, wie es mit einer möglichen Dividende aussehen könnte. Es gäbe beispielsweise die Möglichkeit, ein Mitglieder- oder Nachrangdarlehen anzubieten, um die Investition auch großer Summen attraktiv zu machen und damit das Eigenkapital für die Genossenschaft zu erhöhen. Ansonsten sollten potenzielle Gewinne für Genossenschaftszwecke verwendet werden, forderte Tuitjer eine "soziale Dividende".

Baugrund sei derzeit kaum neu zu erschließen, wurde festgestellt. Man müsste die leerstehenden Wohnungen erfassen und auf die Besitzer zugehen, um diese für den freien Wohnungsmarkt zu öffnen, lautete ein Vorschlag. Zudem solle der Bedarf an benötigtem Wohnraum ermittelt werden. Um die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen, sollte die Genossenschaft darüber nachdenken, auch Ferienwohnungen mit anzubieten, wurde angeregt. Nach welchem Prinzip werden die Wohnungen verteilt, stehen sie erst einmal zur Verfügung? Wie hoch liegt der Quadratmeterpreis für "sozial verträglich"? Diese und weitere Fragen wollten die Anwesenden gerne in einem größeren Rahmen diskutieren. Sie alle hoffen, dass bei der wichtigen Bürgerversammlung am 19. Oktober sehr viele Baltrumer und Zweitwohnungsbesitzer dabei sein mögen.

Bei Interesse oder Bedarf an weiteren Informationen erkundige man sich gerne beim Bürgermeister:
tuitjer (at) baltrum.de



 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Archiv s-press!