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04.07.2018

Mehr Hafen geht nicht


Hafenumbau Neßmersiel

Die Gemeinderäte in Dornum und auf Baltrum hatten es vorgegeben, und so beschloss die Hafenzweckverbandsversammlung am Dienstagmittag den Umbau des Hafens in Neßmersiel nach den Plänen des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz NLWKN. Damit werden die ursprünglichen Pläne eines beauftragten Hafenplaners aus Rostock nicht weiter verfolgt. Diese waren aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar gewesen, vor allem, weil der dafür benötigte Platz nicht zu Verfügung steht. Denn das ist das Problem des Neßmersieler Hafens: Er ist einfach klein und eng, so dass sich vor allem Fracht- und Personenverkehr gefährlich oft in die Quere kommen. Ein Fischereiboot und der Yachthafen gehören ebenfalls zum Hafenbereich, und auch deren Berdürfnisse wollen berücksichtigt werden.
Die Böschung südlich, im Bereich des Yachthafens, ist abgängig und muss dringend erneuert werden. Der zuständige NLWKN entwickelte daraus den Entwurf, die gesamte Kante auf Kajehöhe aufzustocken/anzuheben und neu abzuspunden. Die Kosten allein für diese Maßnahme läge in siebenstelliger Höhe, erklärte Verbandsgeschäftsführer Michael Hook.
Die beschlossene Variante des NLWKN-Entwurfes sieht außerdem vor, die ständig von Verschlickung bedrohte Ecke schräg in Richtung Kaje zu „begradigen“, dadurch das Verschlickungsproblem zu lösen und nebenbei mehr Platz zu schaffen. Durch den Umbau und die Optimierung auch in Richtung Norden durch die Ertüchtigung der Rampe für einen möglichen Ro-Ro-Verkehr würden mehr Aufstellflächen zur Verfügung stehen: Diese würden sich nach den nun beschlossenen Plänen von 725 Quadratmeter auf 1262 Quadratmeter für den Frachtbereich erweitern, für den Personenverkehr von 1355 Quadratmeter auf 2300 Quadratmeter, der Gewerbebereich bekäme 382 qm und für den Yachhafen von 1127 Quadratmeter 1392 und ein kleines Plus an Liegeplätzen. Die derzeitige Grünfläche wird in den Nutzungsbereich einbezogen.
„Mehr Hafen geht nicht“, schloss Hook.
Die Kostenschätzungen für das Projekt belaufen sich auf 2,5 bis 3,5 Millionen Euro. Es sollen bis August die nötigen und erhofften Fördergelder beantragt werden, um möglichst früh mit dem Umbau beginnen zu können. Verbandsvorsitzende Petra de Vries hofft auf einen Baubeginn schon im kommenden Jahr - doch es sind vermutlich noch allerhand Unwägbarkeiten abzuwarten, trat Hook auf die „Euphoriebremse“.


Foto
Der derzeitige Ponton für DGzRS und Baltrum IV - die Ecke soll aufgefüllt und schräg abgespundet, die Kaje nach Süden (links) bis zum Yachthafen weitergezogen werden.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Hinrichs