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04.05.2018

Ratssitzung am 3. Mai


Pferdeinsel Baltrum - dies war das Hauptthema der Ratssitzung am Donnerstagabend auf Baltrum. In zwei Tagesordnungsthemen wurde erörtert, wie es mit der Beweidung von Flächen und der Errichtung von Pferdeställen weiter gehen kann, auf dass die Zukunft Baltrums als autofreie Insel gesichert bleibe.
Vor dem Hintergrund des Zuzugs eines Fuhrunternehmens auf die Insel hatte die GfB (Gemeinsam für Baltrum) einen Antrag auf Anpachtung von Weideflächen am Ostheller durch die Gemeinde gestellt. Dr. Uwe Friedrich (GfB) stellte dar, dass die Weideflächen knapp, jedoch für Daseinsvorsorge der Pferdeinsel extrem wichtig seien. Bei der Deichschau hätte sich ergeben, dass mit etwas Wohlwollen die einst aufgegebene Ostweide, die heute im Nationalpark liegt, wieder hergestellt werden könnte.
Jann Bengen (CDU) erläuterte, dass der Weideverein für die Bewirtschaftung der Weideflächen zuständig sei. Es hätte bereits zuvor einen Engpass gegeben, da die Obergrenze bei einem Pferd pro Hektar liege und somit der vorhandene Bestand am Limit. Der Weideverein könnte somit keine neuen Pferdehalter aufnehmen. Er, Bengen, hätte dem Weideverein bereits vor einem Jahr nahegelegt, die Weideflächen Richtung Alte Müllhalde anzupachten. Er verstehe den Antrag der GfB nicht, warum die Gemeinde nun als Pachtkonkurrent auftreten und in private Verhandlungen hineingrätschen sollte.
Die Vertreter der GfB vertraten indes die Meinung, dass die Flächen in öffentlicher Hand bleiben müssten.
Der Heller (ca. Westdorf bis Altes Ostdorf) gehört der Gemeinde, die die Flächen an den Weideverein verpachtet. 1999 war der Pachtvertrag der Ostweide weiter östlich davon nicht verlängert worden, stellte Bau- und Ordnungsamtsleiter Harm Olchers fest. Leider sei auch der Zustand der Westweide mangels ordentlicher Entwässerung und der Besetzung durch Gänse zunehmend eingeengt. Die Nationalpark-Verwaltung fordere zudem, dass die Flächen im Winter gänzlich gesperrt werden müssten, damit sich die Grasnarbe erholen könnte.
Die CDU-Baltrum21-Fraktion setzte sich mehrheitlich durch, womit der Antrag abgelehnt war. Es sollen jedoch Gespräche mit der Nationalpark-Verwaltung geführt werden, um eine Lösung zu finden.
Der Beratungspunkt "Standortsuche zur Erstellung von Pferdeställen" wurde ebenfalls dahingehend abgeschlossen, dass zunächst Gespräche mit der Nationalpark-Verwaltung stattfinden müssten. Die Idee, im Hafengebiet beim Bootsclub eine Fläche überschwemmungssicher anzuheben, liege planungstechnisch oder -rechtlich in utopischer Ferne, war man sich einig. Für ein möglicherweise zu erwerbendes Grundstück südlich der Mehrzweckhalle sollte eine Bauvoranfrage beim Landkreis gestellt werden. Zunächst jedoch sollen Gespräche mit potenziell interessierten Pferdehaltern geführt werden, bevor man in ein Planungsverfahren einsteige, forderte Ratsvorsitzender Bengen.

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs