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21.12.2016

150. Todestag von Tjark Evers


Kommenden Freitag, den 23. Dezember 2016 erinnert der Heimatverein Baltrum an das Schicksal des Seefahrtschülers Tjark Ulrich Honken Evers mit einer Kranzniederlegung um 11 Uhr vormittags am so genannten Evers-Denkmal zwischen SindBad und Kinderspielhaus.

Das Tjark-Evers-Denkmal ist im vergangenen Jahr als Fortsetzung des vom Tidenhus Baltrum e.V. initiierten Projektes "Kunst am Bau" zur Verschönerung der damals neu entstandenen Strandmauer verwirklicht worden. Der Auricher Steinmetz und Bildhauer Bernd Clemenz-Weber hat das Kunstwerk aus Sandsteinquadern gefertigt. Wie auf den Reliefs an der Strandmauer wird auch hier eine echte "Baltrumer Geschichte" erzählt, hier quasi dreidiminsional - und zwar eine der tragischsten und "berühmtesten":

Der am Vorweihnachtstag 1866 auf einer Sandbank im Osten der Insel Baltrum versehentlich abgesetzte Seefahrtschüler Tjark Ulrich Honken Evers (* 09.12.1845 † 23.12.1866) hatte im Angesicht des bevorstehenden Ertrinkungstodes seine letzten, gottesfürchtigen Worte an die Mutter und die Familie mit Bleistift in seine Kladde geschrieben, diese in eine Zigarrenkiste gesteckt, mit einem Taschentuch umwickelt und der See übergeben.

„Liebe Eltern,
Gebrüder u. Schwestern
ich stehe hier auf einer Plat
und muß ertrinken ich bekom-
me Euch nicht wieder zu sehen
und ihr mich nicht
Gott erbarme sich
über mich und tröste
Euch ich stecke dieses Buch in
eine Sigarren Kiste. Gott gebe
daß Ihr die Zeilen
von meiner Hand
erhaltet. Ich grüße
Euch zum letzten Mal
Gott vergebe mir
meine Sünden und
nehme mich zu sich
in sein Himmelreich
Amen
________________
An Schiffer H E Evers
Baltrum
T U H Evers

Tjark Evers Leichnam wurde nie gefunden. Die Kiste wurde samt Inhalt drei Tage später auf Wangerooge angetrieben und ist über die Jahrhunderte erhalten geblieben. Sie wurde in der Familie Evers von Generation zu Generation weitergegeben, bis sie zuletzt im Nationalparkhaus Wilhelmshaven ausgestellt wurde, dann in der Inselkammer im Nordseehaus auf Baltrum. Sie hat seit 2007 im Museum Altes Zollhaus, das vom Heimatverein Baltrum betrieben wird, ihren Platz gefunden. Ein Eintrag in das Kirchenbuch der ev.-luth. Kirchengemeinde Baltrum hat die Baltrumer Tragödie dokumentiert.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: s-press!