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17.12.2016

Timelapse


Die Sandbank und der Priel vor Langeoog sind aktuell immer wieder ein Gesprächsthema. Der Strand ist schmal, im Priel hat sich durch die geringe Strömung Schlick gebildet. Wie entwickelt sich die Situation weiter?

Um die Zukunft prognostizieren zu können, muss man die Prozesse der dynamischen Landschaft im Wattenmeer und der südlichen Nordsee verstehen. Diese Abläufe sind jedoch teilweise sehr langfristig. Einen beeindruckenden Einblick in die letzten 30 Jahre gibt die Zeitraffer-Darstellung der Google-Earth-Engine, auf die uns der frühere Langeooger Niklas Schneider, der heute als Meeresbiologe am International Pacific Research Center auf Hawaii tätig ist, aufmerksam gemacht hat. Die Geschwindigkeit der Darstellung sollte man unbedingt auf "Medium" oder "Slow" einstellen.

Deutlich erkennt man den Sandtransport, unter der Wasseroberfläche im Gatt zwischen Baltrum noch schemenhaft, bis der Sand dann als Plate vor dem Langeooger Strand sichtbar wird und sich wie ein Schleier an den Strand legt und weiter nach Süden zum Flinthörn und nach Osten an den Strand vor dem Zeltlager der Sportjugend gespült wird.

Gleichzeit wird deutlich, dass die Insel vor dem Pirolatal immer weiter nach Süden ausweicht, auch die Dünenhinterfüllungen durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sind erkennbar.

Der Sand wird von der Strömung dann weiter zum Ostende transportiert, wo er in einem weiteren Riffbogen nach Spiekeroog geführt wird, wo es einen ähnlichen Effekt gibt.

Insgesamt ist die Dynamik der Landschaft der Ostfriesischen Inseln hier toll abzulesen, dieses Werkzeug scheint wie für diese Region gemacht. Deutlich wird, dass die Situation für Borkum, Norderney, Baltrum und Wangerooge ganz anders ist, hier gibt es keinen im Nordwesten anlandenden Riffbogen, über den Sand transportiert wird. In Baltrum trifft er zum Beispiel in der Mitte der Insel auf.

Dr. Klaus Kremer
langeoognews.de

Link -> earthengine.google.com

 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Foto: Screenshot earthengine.google.com
Quelle: Klaus Kremer / Langeoognews.de