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14.05.2015

Tjark Evers Denkmal eingeweiht


Am Mittwochvormittag, 13.5.2015 wurde auf Baltrum das von Bernd Clemenz-Weber geschaffene Kunstwerk, das so genannte Evers-Denkmal, feierlich enthüllt und der Gemeinde Baltrum übergeben.
Vier Dinge braucht es, um ein Projekt umzusetzen, sprach Baltrums Ex-Bürgermeister Günter Tjards zu den zahlreichen Anwesenden: 1. eine Idee, 2. einen Künstler, 3. ein Team und 4. Sponsoren.
Die Idee, das Projekt "Kunst am Bau" mit der Geschichte vom Schicksal des Seefahrtschülers Tjark Ulrich Honke Evers auf Sandsteinquadern in Fortsetzung des in die neue Strandmauer eingelassenen Sandsteinreliefs war bei dessen Einweihung 2013 bereits entstanden. Es war nach dem ersten Projekt noch etwas Geld übrig geblieben, und alle Geschichten der Insel noch nicht umgesetzt, darunter die von der "Baltrumer Zigarrenkiste". Den Überschuss nahm man als Grundstock für das neue Projekt, das der Steinmetz und Bildhauer Bernd Clemenz-Weber aus Aurich diesmal dreidimensional ausführen wollte. Projektleiter Günter Tjards, 2. Vorsitzender des Tidenhub e.V. und Projektleiter, kümmerte sich um Sponsoren und die technischen Hilfeleistungen. Auch dieses Projekt sei ausfinanziert, wie er mit Dank an die Sponsoren feststellte. Tjards dankte den Mitgliedern der Projektgruppe für die wiederum gute Zusammenarbeit. Sie hätten ihm freie Hand gelassen, und so hat pünktlich alles fertig werden können. Dem NLWKN gebührt Dank für die Steine und die Herrichtung der neuen Sitzgruppe direkt vor dem Denkmal, die Gemeinde habe für die Pflasterung des Weges gesorgt.



Somit wurde das Kunstwerk den Bürgen und Gästen der Insel übergeben, nachdem die Projektmitglieder es enthüllt hatten. Bürgermeister Berthold Tuitjer nahm es gerne entgegen, wie er sagte. Er habe sich viel mit der Thematik beschäftigt. Besonders habe ihn die 2013 erschienene Novelle "Auflaufend Wasser" von Astrid Dehe und Achim Engstler berührt.

Die Geschichte hinter dem Kunstwerk und dem Buch ist eine der tragischsten und innigsten, die es im Wattenmeer an der Nordseeküste gibt. Der am Vorweihnachtstag auf einer Sandbank im Osten der Insel Baltrum ertrunkene Seefahrtschüler Tjark Evers hatte im Angesicht des bevorstehenden Ertrinkungstodes seine letzten, gottesfürchtigen Worte an die Mutter und die Familie mit Bleistift in seine Kladde geschrieben, diese in eine Zigarrenkiste gesteckt und mit einem Taschentuch umwickelt. Die Kiste ist mit Inhalt drei Tage später auf Wangerooge angetrieben und über die Jahrhunderte erhalten geblieben. Sie wurde in der Familie Evers von Generation zu Generation weitergegeben, bis sie zuletzt im Nationalparkhaus Wilhelmshaven ausgestellt wurde, dann in der Inselkammer im Nordseehaus auf Baltrum und heute im 2007 eröffneten Museum Altes Zollhaus auf Baltrum ihren Platz gefunden hat. Ein Eintrag in das Kirchenbuch der ev.-luth. Kirchengemeinde Baltrum hat die Baltrumer Tragödie dokumentiert.

Tuitjer lobte die tolle Zusammenarbeit und das gute Netzwerk, das dieses Projekt möglich gemacht habe. Die klamme Gemeinde sei auf Ehrenamtlichkeit angewiesen. Er wünsche sich ein "Weiter so!". Damit war das Kunstwerk frei gegeben - auch zum "Beklettern", schmunzelte er mit Seitenblick auf den nachbarlichen Spielplatz am Kinderspielhaus.
Unter den Anwesenden befanden sich am Mittwoch außer dem Projektteam und den Sponsoren der Künstler Bernd Clemenz-Weber wie auch Autor Achim Engstler, der ohne Co-Autorin Astrid Dehe zur Insel gereist war.


 

 

 


Autor: Sabine Hinrichs
Fotos: Hinrichs
Tjards und Tuitjer Das Projektteam Enthüllung Viel Beifall für ein bedeutendes Kunstwerk Bernd Clemenz-Weber erläutert die Feinheiten (Mitte)