Schließung der Sparkassenfiliale

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Hauke Haien
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Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 01.02.2017, 00:53

Moin Moin,

ja, da hat Sabine Hinrichs Recht: Es ist echt eine traurige Nachricht für Baltrum. Nebenbei ist der Artikel von ihr echt gut, nämlich ein gutes Plädoyer für den Erhalt der Filiale! Ich hab mir nochmal die Mühe gemacht und das Sparkassenprinzip untersucht:
1. "Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut mit der Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten Möglichkeiten zur Geldanlage anzubieten, den Zahlungsverkehr durchzuführen und die örtlichen Kreditbedürfnisse auch der mittelständischen Wirtschaft zu befriedigen."
2. "Was Sparkassen von anderen Banken unterscheidet sind die Trägerschaft durch eine Gebietskörperschaft, ihr auf den Bezirk der Gebietskörperschaft beschränktes Geschäftsgebiet und das Gemeinnützigkeitsprinzip." (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse)
Aufgrund dieser zwei Punkte müßte der Bürgermeister doch schon mal Argumente für einen Besuch in Norden haben!

Natürlich wird die Schließung wirtschaftliche Gründe haben. Das sich derzeit mit angelegtem Geld kein Euro verdienen läßt ist nicht unbekannt und trifft sowohl Sparer wie Banken. Wenn aber Sparkassen kulturelle oder sportliche Veranstaltungen (sicherlich zu recht) unterstützen, warum dann nicht auch eine Gemeinde bei ihren Bemühungen um Attraktivität. Wenn die Sparkasse Aurich-Norden meint, eine "Selbstbedienungshalle" ist ausreichend, dann sollen die Herrschaften mal mit einer Regionalbahn mit Fahrkartenautomat eine Fahrt unternehmen!

So naiv es klingen mag: Ich hoffe, dass der Bürgermeister nicht nur Schlagzeilen durch Seilbahnen produziert, sondern sich hier ggf. ebenfalls so medienwirksam für den Erhalt der Filiale einsetzt. Außerdem wie war das noch mit der Konkurrenz, belebte die nicht das Geschäft?

Noch ein hoffentlich abwegiger Gedanke: Ist die Filiale ersteinmal geschlossen, braucht die Sparkasse Aurich-Norden keinen Versuch zurück zur Insel mehr wagen, klar. Was hält aber die Volksbank davon ab ähnlich zu verfahren? Warum sollten in Zeiten von onlinebanking die mehr Service anbieten als die anderen?
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Dornrose » 01.02.2017, 12:28

Also Hauke, ich gebe dir mal wieder vollkommen recht. Auf Baltrum wird es irgendwie nie langweilig. Die Einwohner des kleinen Sandhaufens tun immer mehr leid. Das Leben auf der Insel wird immer beschwerlicher. Sicher, die Sparkasse will sparen, aber doch nicht immer nur am Menschen. Damit meine ich Kunden und Angestellte. Warum kann es nicht zumindest eingeschränkte Kassenzeiten an ein oder zwei Tagen in der Woche geben? Das könnte man ja noch als Service seitens der Sparkasse ansehen. Sind die älteren, evtl auch mobilitätseingeschränkten, Kunden nicht mehr erwünscht? Dazu noch der Quatsch, die Kundendaten nach Dornum zu verlagern! Sollen die Baltrumer vielleicht noch am Festland übernachten? Mit Schiff und Bus schafft man es jedenfalls nicht an einem Tag, so seine Bankgeschäfte zu erledigen. Wenn dann noch ein wichtiges Bankgeschäft in der Hauptsaison zu tätigen ist, prost Mahlzeit. Vielleicht kann der Bürgermeister jetzt nochmal seine Schnaps. ..... äh, Idee von der Seilbahn auf den Tisch bringen und wenn du, Hauke, dann noch mit deinem Schimmel auf dem Deich stehst und die Baltrumer flugs nach Dornum kutschierst ist die Welt wieder in Ordnung. So, wie es jetzt geplant ist, haut das jedenfalls nicht hin.

Liebe Grüße aus Hannover :mrgreen:
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Karsten Paulsen
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Karsten Paulsen » 01.02.2017, 14:34

Die Sparkasse zog sich vor Jahren in einer ersten Welle aus der Region zurück. Die RVB nutzte das geschickt, und erschloss sich als Folge erfolgreich einige strategische Punkte.
Gruß aus Aurich
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Baltrumliebe » 19.04.2017, 13:45

oh, hab ich da was verpasst?
Gibt es dann auch keinen Sparkassenautomaten mehr um Geld abzuheben?
Viele Grüße

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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 19.04.2017, 14:19

Hallo Baltrumliebe,

die Fifiale wird geschlossen, der SB-Bereich bleibt bestehen. Unklar ist nur, wer die Automaten mit Geld und Papier für die Kontoauszüge füttert, hab mich schonmal beworben :D .
Den ganzen Artikel zur Schließung findest du unter www.baltrum-online.de/news_artikel.php?id=3343
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon K.-S. Völkel » 19.04.2017, 14:32

Moin,

seit bestimmt 10 Jahren habe ich ein Konto bei der RVB-Fresena und bin mit dem Service sehr zufrieden.

K.-S. Völkel
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Baltrumliebe » 19.04.2017, 17:49

Dankeschön, Hauke
Viele Grüße

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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 19.04.2017, 19:23

@ K.-S. Völkel,

ich denke schon, dass auch andere Banken guten Service haben, keine Frage. Schade ist eben nur die "Monokultur" durch eine Bank und das unpersönliche durch die Automatenlandschaft. Das der Betrieb der Filiale nicht wirtschaftlich ist, glaube ich sofort, aber es geht eben nicht alles über das Internet oder den Automaten. Beispiel: Ich hatte mal meine EC-Karte in Hamburg verloren. Also hat mir meine Sparkasse eine neue Karte an die Hamburger Sparkasse geschickt und ich konnte sie dort abholen. Andererseits werde die heute auch mit der Post verschickt :( ! Ich finde als Urlauber eben schade das die Filiale schließt. Für die Insel bedeutet es vermutlich deutlich mehr!
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Hauke Haien
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 16.10.2017, 23:42

Moin Moin,

hat zwischenzeitlich nicht das Gespräch mit den Sparkassenvertretern stattgefunden? Gibt es etwas Neues zu berichten?
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Karsten Paulsen » 24.10.2017, 14:28

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Gruß aus Aurich
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon urbo » 27.10.2017, 17:24

Ein Vorstand weniger oder in Teilzeit, schon kann die Filiale bleiben :mrgreen:
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 01.12.2017, 23:06

"Baltrum und das Bargeldproblem" ein schöner Titel, denn wer hat keine Bargeldprobleme? Dem Einen fehlt es, der Andere hat zuviel!
Ich habe denn Eindruck, dass die Baltrumer aufgrund der Saison das Problem den Sommer über verdrängt haben. Ok. Protestaktionen und einen Anlauf für ein Gespräch mit der Sparkasse Norden gab es. Wenn aber der Bürgermeister (wie im Weser Kurier offensichtlich beschrieben) das Problem gelassen sieht, dann verfolgt er eine wirklichkeitsfremde Strategie: Bargeldlos wie auf Kreuzfahrtschiffen? Baltrum ist zwar klein, aber eben kein abgeschlossener Mikrokosmaos wie ein Kreuzfahrtschiff, auf dem letztlich alles bei einem (bei der Reederei) bezahlt wird. Soll ich meinen Kindern demnächst zu Eiskaufen eine EC-Karte in die Hand drücken? Die Restaurantbedienung bekommt ein persönliches Kartenlesegerät für das Trinkgeld? Alle Vermietungsbetriebe rechnen über eine gemeinsame Servicestelle mit ihrem Gast ab, dann machen die unpersönlichen Vermietungen endlich Sinn. Schließlich kann dann auch die Überfahrt mit der Seilbahn mit der ALISKA (All-Inklusive-Service-Karte) bezahlt werden. Wie wäre es Baltrum als Testgelände für automones Fahren zu machen? Am Hafen stehen selbstfahrende E-Minimobile, die uns zum gewünschten Punkt auf der Insel fahren, ALISKA einführen und ab geht die Post (ach, die ist ja auch weg). Wenn man dann doch gehen möchte, die automone Wippe fährt schonmal das Gepäck zur Wohnung.
Bevor mit mir die Spinnerei durchgeht, wie wäre ein halbes Syltermodell? Nach einem Bericht haben die kuzerhand eine Genossenschaftsbank gegründet. Das werden die Baltrumer nicht (auch noch) leisten können. Aber die Konsumgenossenschaft könnte doch das Personal für die Sparkasse in der Saison stellen bzw. bezahlen. Es findet sich doch bestimmt ein Angestellter der Sparkasse Norden, der dort arbeiten will, wo andere Urlaub machen?
Aber noch eine andere Frage: Wann arbeitet eine Filiale defizitär? Wenn die Einnahmen durch die "Laufkundschaft" die Ausgaben nicht decken? Was ist aber mit den Anlagen oder den Krediten der Baltrumer bei der Sparkasse Norden. Ich nehme an, dass nicht nicht gerade gering sind. Also sind dies filialbezogene Einnahmen!
Wer befüllt eigentlich demnächst den Geldautomat? Woher kommt das Bargeld dafür? Das im Weser Kurier beschriebene Geldkreislauf klingt komisch, hat aber funktioniert! Wenn der Geldautomat bestehen bleibt, werde ich als Sparkassenkunde weiterhin dort Geld abheben wollen. Das werden nicht kleine Summen sein die dort abgehoben werden. Die muss die Sparkasse Norden erstmal bereitstellen. Die Sparkasse hat damit ein Problem, dessen Lösung schätzungsweise schon längst beschlossen ist: Ist der Automat leer, soll der der Gastsparkassenkunde doch zur Bank gegenüber gehen und dort kostenpflichtig sein Geld abheben. Damit verschiebt die Sparkasse das Problem auf die Volksbank sowie alle Gäste mit Sparkasse als Hausbank. Kurzgesagt ist das eine Frechtheit und ein Problem vieler Baltrumer Gäste. Eigentlich sollte jeder Gast seinen Unmut gegenüber der Sparkasse Norden formulieren. Wie wäre es mit einem Musterprotestschreiben hier auf Baltrum-online?

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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon K@rla » 05.12.2017, 12:14

Moin,
alle Bemühungen und Verhandlungen laufen ins Leere, wenn der Bürgermeister seinen Bürgern in den Rücken fällt...
Wie auch immer, das mit der bargeldlosen Insel wird nicht im kommenden Jahr Realität (ebensowenig wie es eine Seilbahn könnte). Es ist eine Entwicklung, die mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird. Bis dahin werden sich sog. Werttransportunternehmen um Ver- und Entsorgung (! heißt so!) des Bargeldes annehmen - zahlen muss es letztendlich der Kunde, also der Gast. Eigentlich sollten die entstehenden Kosten wenigstens die Sparkasse übernehmen, spart sie sich doch angeblich Mitarbeiter und Räume. Doch die hört natürlich gerne des obersten Bürgervertreters Aufruf zur Bargeldfreiheit...
Zeitverschwendung, der ganze Aufruhr.
Eine besinnliche Adventszeit!
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Re: Schließung der Sparkassenfiliale

Beitragvon Hauke Haien » 08.01.2018, 14:14

Auch wenn hier inzwischen absolute Leere herrscht und die "Meinungsströmungen" woanders stattfinden, finde ich die Schließung der Sparkassefiliale gegenüber den Baltrumern und ihren Gästen eine Sauerei. Leider hat K@rla wohl Recht - "alles Zeitverschwendung".
Nun gibt es aber neben dem Artikel von Sabine Hinrichs ("Das Schild zum Sonntag" vom 7.1.18) weitere Nachrichten: Der Geschäftsführer des Deutschen Landkreistages, Hans-Günter Henneke, hat sich in der Süddeutschen Zeitung zu den Sparkassenschließungen geäußert. "Die Sparkassen sind kein Franchise-System à la McDonald's. Man sollte nicht generell den Rückzug aus der Fläche propagieren, nur weil es vielleicht hier und da nicht wirtschaftlich ist" und "... die Sparkasse darf sich davon nicht ihr individuelles Gesicht nehmen lassen." Mehr zu seinem Beitrag unter http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/s ... -1.3816092.
Nicht nur unter der Voraussetzung, dass die Bank auf der anderen Straßenseite potentielle Kunden ablehnt, verstößt die Sparkasse Norden gegen das Sparkassenprinzip "Eine Sparkasse ist ein Kreditinstitut mit der Aufgabe, breiten Bevölkerungsschichten Möglichkeiten zur Geldanlage anzubieten, den Zahlungsverkehr durchzuführen und die örtlichen Kreditbedürfnisse auch der mittelständischen Wirtschaft zu befriedigen." (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Sparkasse). Wennn die Baltrumer der Sparkasse Norden in guten Zeiten wichtig waren, dann sollte sie auch in schlechten Zeiten ihnen stehen! Da aber nun gegen das Sparkassenprinzip verstoßen wird, sollten die Baltrumer Kunden der Sparkasse gegen die Sparkasse Norden klagen, auch ohne Rückhalt durch den Bürgermeister.

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