Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

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Moorgeist
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Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Moorgeist » 04.11.2014, 17:54

Moin :)

Gerade habe ich den sehr informativen Bericht über die letzte Ratssitzung gelesen.
Da ist man als Inselfreund erst einmal sprachlos. Zum einen fragt man sich, wie es - laut Darstellung offenbar in dem Ausmaß lange unerkannt - soweit kommen konnte, zum anderen, ob der Rat wirklich bedacht hat, was da beschlossen wurde. Ich befürchte, dass man den Teufel mit dem Beelzebub auskehrt. Man spart an Zukunft, man spart an Attraktivität. Und wenn das mit dem Verpachten schief geht, ist man plötzlich kein Nordseeheilbad mehr. Aber es werden sich dann schon ein paar Wohlhabende finden, die die Insel aufkaufen.

Manche der angeführten Positionen werfen wirklich Fragen auf.
- bin schon gespannt, wie lange es noch eine Apotheke gibt.
- die Jugend ist also keine Aufgabe des Kurbetriebs? Nun gut, irgendjemand wirbt mit "familienfreundlicher Insel". Und natürlich ist es eine politische Aufgabe, etwas für die Jugend zu tun
- ACHT Euro Eintritt ins SindBad? Moment - hat man uns nicht kürzlich die erhöhte Kurtaxe schmackhaft gemacht mit 2 Stunden freiem Eintritt? Nur so angemerkt: So waaahnsinnig toll ist das SindBad für mich nicht (ganz persönliche Wertung), dass ich da nun noch extra zahlen würde.
- den Strand verpachten? Also dann so wie in Neßmersiel mit Zaun? Oder nur die Strandkorbvermietung?

Vielleicht sollte man auf warnende Stimmen hören BEVOR man Tatsachen schafft. Ich erinnere nur an die Zweitwohnungssteuer ... man war auf dem besten Wege in einen verfassungswidrigen Zustand. Man stelle sich vor, wenn die Gemeinde nach 3 Jahren die steuer zurückzahlen müsste weil die gesamte Satzung nichtig ist.

Sicherlich ist es nicht einfach und es muss etwas getan werden - aber man sollte darüber nicht vergessen, wovon Baltrum überhaupt lebt. Und wenn man die Attraktivität im Fremdenverkehr senkt, zimmert man am eigenen Sarg.
Zuletzt geändert von Moorgeist am 04.11.2014, 19:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Pitti vom Dorf
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Ich setzte meinen Beitrag hier mit rein. 2 nicht nötig

Beitragvon Pitti vom Dorf » 04.11.2014, 18:48

Was ist da los auf Baltrum ?
Nun ja, das die Insel verschuldet ist, das ist ja ein offenes Geheimnis.
Dabei hatte man doch im letzten Jahr schon einige "Lebenserhaltungsideen".
Da wurden die Steuern für die Zweitwohnungen erhöht, die Kindergarten-
gebühren und andere Abgaben der Insulaner erhöht. Und wir Gäste durften
unseren Beitrag mit einem erhöhten Kurbeitrag, mit einer ordentlichen
Gebühr für die Strandkörbe (mit und ohne Gitter) und mit einer hohen Fährgebühr leisten.

Nun ist das alles Schnee von Gestern. Eine Gebühr von 8 € für das
Schwimmbad in der Hauptsaison pro erwachsene Person ist nun die
ultimative Lösung. (Wird eigentlich jetzt die Kurtaxe wieder gesenkt? Sie
inkludierte doch die Schwimmbadnutzung!) Glaubt denn wirklich jemand
noch im Ernst, das für dieses Schwimmbecken von einem Paar mit Kindern
dann 16 € pro Tag gezahlt werden ? Das Paar lässt dann doch lieber die
kleinen in das Kinderspielhaus. (Bis es merkt, das hier auch bezahlen soll)

Nun hat das Paar aber keine kleinen, sondern halbwüchsige Kinder. Die
wollen sowieso nicht mehr in dieses Bad, die gehen lieber in den Jugendclub.
Achso geht ja nicht, den gibt es ja dann nicht mehr.

Aber, da haben wir ja noch das Paar, das lieber mit Eltern und Großeltern auf
die Insel kommt. Diese werden zwar schon ab und an von einem Zipperlein ge-
plagt, aber was soll, das gibt es ja noch die Bäderabteilung und die Vollapotheke.
Und sparen können sie auch noch, denn sie können ja auch in der Vor-/Nachsaison
auf die schöne Insel fahren.
Soll ich noch weiter schreiben ?

Die angedachten Steuererhöhungen treiben sicherlich nicht nur den Insulanern und
den Zweitwohnungsbesitzern den Schweiß auf die Stirn. Anschließend wohl auch
den Gästen, den diese Mehrbelastungen werden/müssen sicherlich auch weiter gegeben.


Liebe Ratsherren und bestellte Zwangsverwalter, glaubt ihr wirklich das dies der
richtige Weg ist ?

Interessant währe auch mal ein Statistik über das Gästeaufkommen der letzten Jahre
und eine Auswertung der Fremdenverkehrsabgabe vor und nach der letzten Erhöhung.
Spiegelt sich hier das erhöhte Einnahmeplus wieder ?

Und dann noch eine letzte Frage. Habe ich hier etwas falsch verstanden ? Vermieten der
Badeaufsicht ? Soll da noch jemand bezahlen, daß er am Strand ein Auge auf die Badenden
wirft ? Haltet ihr das nicht für sehr sehr "Blauäugig"
Grüsse vom grossen Dorf am Rhein

Pitti

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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Moorgeist » 04.11.2014, 19:49

Pitti, Du nimmst mir so viele Worte aus dem Mund ...

In der Tat - das mit dem Vermieten der Badeaufsicht habe ich auch nicht verstanden (das KANN ja nur auf kostenpflichtigen Strand hinauslaufen) ... oh Moment - der Strand ist ja selbst gepachtet - geht das dann? Oder könnte das Land sagen "liebe Gemeinde, Ihr habt den Knall nicht gehört, wir verpachten dann lieber selber direkt".

Und ja - ob man Oma und Opa, und chronisch Kranke, noch guten Gewissens auf die Insel schicken kann ohne Apotheke? Man mag da eine Lösung finden ... aber eine Stunde am Tag "Medikamentenausgabe" ... sind wir im Jahr 1945?

Wie sagte gerade jemand zu mir: Dafür, was Baltrum bietet, ist es eh schon ziemlich teuer.
Steuern müssen ja weitergegeben werden (wie solls denn auch sonst funktionieren ...). Man darf gespannt sein.

Ach ja - der Katalog ist schon gedruckt? Mahlzeit ... macht was her, gerade bei "Neukunden", wenn man die Leute dann auf der Insel vor ziemlich veränderte Tatsachen stellt ...
Übrigens: Ich würde tatsächlich etwas für den Katalog zahlen - ich habe schon oft den "freiwilligen Beitrag" geleistet. Nur: Wie viele würden das, schreckt es nicht auch ab?
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon saemmel » 05.11.2014, 00:02

Ich bin sprachlos ob der Maßnahmen die ergriffen werden sollen, um Baltrum zu entschulden. Der Begriff 'zu Tode sparen' zwängt sich mir auf. Hätte ich Gastronomie oder Hotel/Pension auf Baltrum, ich würde darüber sehr intensiv nachdenken, zu verkaufen.
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Koestritzer » 05.11.2014, 00:31

ich hoffe es nicht, aber ich vermute "Die Probleme der Gemeinde werden größer"
Baltrum ist doch einfach nur... Lebensfreude pur !!!
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon krabat » 05.11.2014, 00:54

Das kann einfach nicht wahr sein....
Wir kommen seit 10 Jahren mit mittlerweile 5 Kids nach Baltrum. Nächstes Jahr leider nicht mehr.
Ohne Jugendclub, bei den Eintrittspreisen fürs Sinbad und noch Eintritt fürs Spielhaus, sorry, das ist für 7 Personen einfach nicht mehr bezahlbar. Wir werden stornieren müssen, Baltrum war nie günstig aber nun reichts, ich bin kein Großverdiener.....Baltrum wird uns sehr fehlen....
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Moorgeist » 05.11.2014, 09:38

Krabat, das finde ich sehr schade, kann es aber nachvollziehen.
Im Moment wissen wir ja noch nicht, wie es genau aussehen soll, wofür Eintritt und wieviel verlangt wird, und ob der Jugendclub wirklich ersatzlos gestrichen wird.
Jedoch ist auch klar, dass man als Familie Planungssicherheit haben muss und nicht ewig warten kann ob es "doch nicht so schlimm" kommt - dann bekommt man woanders vielleicht schon keinen Platz mehr.

Die Gemeinde sollte schnellstmöglich ganz konkret darstellen, welche Auswirkungen sich für den Inselgast ergeben.
Sofern noch nicht im Versand, sollte man den bereits gedruckten Prospekten Ergänzungen beilegen.
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon mame » 05.11.2014, 13:09

Moin zusammen
Ich war nicht live dabei und bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei Sabine Hinrichs, die sich die Arbeit macht, den ganzen Kram zu protokollieren und hier online zu stellen!!! Das sorgt für Transparenz!
Als ich das Protokoll las, war ich zunächst schockiert, dann frustriert, dann richtig wütend.
Ich kann mich der Entrüstung der vorangegangenen Kommentare nur anschließen. Frau Saemmel kann ich nur bestätigen. Eine meiner Reaktionen war (das war in der Frustphase) „wir schmeißen den ganzen Kram hier hin und ziehen wieder an Land, das hat hier keinen Zweck mehr“
Es ist ja immer gut erst eine Nacht die Dinge zu überschlafen, das verhindert eine allzu große Emotionalität beim Fabulieren.
1. Ich bin nicht so der Zahlenmensch – vielleicht kann mir einer erklären ob ich etwas nicht verstanden oder überlesen habe - jedenfalls finde ich für 2014 wohl aufgelistet – Zitat: die Einführung des Kurbeitragssystems mit 60.000, dazu die EDV Hardware mit 30.000, Zitatende – aber nicht die Gegenrechnung, wie viele Hunderttausende denn nun Mehreinnahmen generiert wurden.
2. Natürlich ist es unredlich nun dem Bürgermeister das gesamte Desaster anzulasten. Keiner erwartet hier einen Kotau – nein – der macht einfach seinen Job und ist nicht mehr oder weniger für den Bankrott verantwortlich wie seine Vorgänger im Amt und im Rat.
3. Eines ist für mich klar, es wird so lange es geht nach Wegen gesucht, die Selbstständigkeit der Gemeinde zu bewahren – sprich den gesamten Verwaltungsapparat auf Baltrum zu belassen. Ich frage mal ganz naiv, was kostet uns denn diese Selbständigkeit? Gemeinde und Kurverwaltung zusammen beschäftigen im Jahresdurchschnitt um die 45 Personen. Mal einen Durchschnittsverdienst angenommen von 2800,- Euro brutto/Person kommen wir da auf: 45 x 2800,- x 12 Monate = 1.512.000,- Euro, also rund anderthalb Millionen Euro/Jahr. Ja, ist natürlich klar, dass seitens der Verwaltung keine Vorschläge kommen, bei sich selbst den Rotstift anzusetzen. Nein, da müssen erst mal sämtliche Vermieter bluten, dann natürlich die Gäste.
4. Hier also meine Vorschläge – Die Baltrumer verzichten freiwillig auf diesen Verwaltungsapparat – Behördengänge werden in Zukunft sowieso durch Onlineabläufe ersetzt. Wozu brauchen wir einen Bürgermeister und einen Rat, die letztendlich nur dafür sorgen, dass alles schlechter wird? Wenn wir diese Option offensiv nach vorne treiben kann man vielleicht bessere Bedingungen aushandeln, als wenn man wartet bis die Zwangsverwaltung durch den Landkreis kommt, denn, mal ehrlich, wer glaubt ernsthaft daran, dass wir es schaffen, trotz dieses nun beschlossenen Haushaltskonsolidierungskonzeptes den Haushalt in den Griff zu bekommen. - Im Weiteren: Privatisierung von Bauhofaufgaben – Es können mehrere Privatleute darum konkurrieren Aufträge aus öffentlicher Hand entgegen zu nehmen. Privatisierung der Reinigungsarbeiten in öffentlichen Einrichtungen. Es gibt ja schon mehrere Reinigungsfirmen die da sicher gerne Aufträge übernehmen. Privatisierung der Strandkorbvermietung – ja, ich war immer dagegen, aber es kann am Ende nur besser werden. Privatisierung des Marketings: bessere Onlinevermarktung – Schaffung eines Portals, in dem jeder Vermieter aktiv seine Onlinepräsenz selber mitgestalten kann. (Dazu gehört auch, die Produktion des Inselprospektes in Frage zu stellen, bzw. die Auflage halbieren und nur gegen eine Gebühr zu versenden) Obwohl ich immer der Meinung war,“ Schwimmbad muss sein“, muss man sich zu der Schließung des Schmimmbades durchringen. Es ist allseits bekannt, dass in naher Zukunft eine Sanierung des Bades unerlässlich wird, die immense Gelder verschlingen würde. Spätestens wenn die Zwangsverwaltung kommt und wir weiter defizitär wirtschaften wird diese Schließung unabwendbar. Um den gewaltigen Schuldenberg zu sanieren schlage ich die Veräußerung von Rathausgebäude und Schwimmbad vor (müsste zusammen mindestens die 7,5 Mio. € bringen, die wir in der Kreide stehen) Dann Thema Apotheke – wenn, wie es scheint, eine normale Apotheke nicht wirtschaftlich hier existieren kann, dann plädiere ich dafür im Arzthaus eine Räumlichkeit für die Ausgabe von Medikamenten einzurichten. (Ich könnte mir reduzierte Ausgabezeiten vorstellen 10 bis 12 und 16 bis 18 Uhr) Den Verkauf von Salben, Hustenbonbons und Schönheitspflege kann dann (z.B.!) Stadtlander übernehmen.
Lieber Herr Tuitjer - Zitat aus dem Protokoll - „Jeder konstruktive und realisierbare Vorschlag sei willkommen, lud Tuitjer nochmals ein, das Gespräch mit ihm zu suchen.“ Zitatende – Diese Vorschläge sind meines Erachtens viel effektiver als die vom Bürgermeister und Rat vorgestellten Beschlüsse und erarbeiten finanziellen Spielraum, was z.B. weiterhin freien Eintritt ins Kinderspielhaus angeht oder ein erneutes Überdenken der Belastungen der Vermieter und die Kurtaxabgabe. Ich denke dies wären harte und für einige sehr schmerzliche Maßnahmen, aber besser heute selber diese Maßnahmen in die Wege leiten und sich damit einen gewissen Mitgestaltungsspielraum zu schaffen, als morgen durch eine Zwangsverwaltung am ausgestreckten Arm zu verhungern.

Soweit erst einmal,
Gruß
Mame
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon DC » 05.11.2014, 13:20

oha .... spätestens jetzt brauchen Sie aber auf der Insel Personenschutz .....!
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon saemmel » 05.11.2014, 13:51

@Mame - Das Kurbeitragssystem wird sich mit Sicherheit nicht amotisiert haben. Nicht zu vergessen die Personalkosten für die neu geschaffene Stelle. Hoffentlich kann man die noch gebraucht verkaufen, weil das System nicht mehr von Nöten sein wird, wenn sich die Gästeanzahl verringert. :wink:
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Moorgeist » 05.11.2014, 13:56

... den mame durch viele Inselgäste durchaus bekommen könnte...

Klar wird da eine Heilige Kuh für die Schlachtbank vorgeschlagen - dem durchschnittlichen Inselgast wirds aber ziemlich wurscht sein, ob Baltrum nurmehr ein Ortsteil der Samtgemeinde Dornum ist oder selbständig, wenn dafür bestimmte Leistungen erhalten oder erschwinglicher bleiben.

Wobei ich nicht verhehlen kann, dass ich selbst schon aus Sentimentalität eine Selbständigkeit grundsätzlich vorziehen würde - aber manchmal muss man auch realistisch denken. Ich verstehe aber einen Jeden, der eine Aufgabe der Selbständigkeit rigoros ablehnt.


Wahr ist aber wohl, dass hier ein erhebliches Sparpotential liegt. Im Bericht war ja z. B. auch vom defizitären Standesamt die Rede. Sogar in München hat man die Stadtteil-Standesämter abgeschafft (vor 20 Jahren schon), durch ein zentrales plus das in Pasing ersetzt und unterhält nur noch "Trausäle" in den ehemaligen Ämtern - das Personal kommt von der Zentrale.

Was das SindBad angeht: Ich selbst bräuchte es nicht "unbedingt" (die Sauna ist aber ganz gut!), mir war das alte Wellenbad wesentlich attraktiver. Aber: Sohne liebt es (und der ist 16 - oder liegts nur an den guten Burgern?), und nutzt regelmäßig den bislang kostenfreien Eintritt.

Was den Status als Nordseeheilbad angeht - braucht man dazu ein Hallenbad? Aber - wohin mit den "Anwendungen", denn die müssen ja geboten werden?
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Heinz Naujok » 05.11.2014, 14:44

Man kann nun mal aus seiner Haut nicht raus und zeigt hier deutlich, dass man direkter Nachfolger der Strandräuber ist.

Demnächst wird Baltrum wohl Insel der Reichen sein, sei´s from, wir haben viel schöne Zeit hier verbracht!

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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Pitti vom Dorf » 05.11.2014, 15:19

Das an allen Ecken tropfende Sindbad hätte man sicherlich schon viel viel früher in Frage stellen müssen. Allerdings hatte der Bauträger ja wohl schon rechtzeitig die Hand gehoben und von dem war nichts mehr zu holen.
Wer von den Gästen nun auf den Gedanken kommt, ohne Bad keine Kurabgabe, also preiswerteren Urlaub, dem sei gleich gesagt, dann nennt sich das halt Citytax od Bettensteuer, das wird nicht preiswerter.
Als Dauer-/Stammgast kann ich nur sagen, ohne Initiative/Mitarbeit der Insulaner wird das nichts mehr. Mame hat da sicherlich schon gute Beispiele gebracht. Ein paar Vorschläge meinerseits werde ich hier bald auch einmal eintragen.
Ich wünsche mir im eigenen Interesse, im Interesse aller Insulaner und Gäste das hier eine baldige Lösung oder zumindest eine Besserung ansteht.
Nur eins ist mir völlig klar und wurde hier auch schon mehrfach genannt, mit Einsparungen allein wird man sicherlich temporär etwas erreichen, langfristig allerdings wird genau das Gegenteil eintreten. Weniger Gäste, weniger Einnahmen.
Schade und (für Moorgeist) ich kann mir auch vorstellen, daß die Samtgemeinde ob der Aussicht, evtl. bald auch eine Insel in ihrem Gebiet zu haben, nicht unbedingt vor Freude in die Luft springt
Grüsse vom grossen Dorf am Rhein

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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon ulrichblanke » 05.11.2014, 15:35

Was der Amtsschimmel verbockt, darf der Michel wieder auslöffeln ?!

Ich bin genauso schockiert wie meine Vorposter. Was bleibt denn jetzt an Attraktivität für Baltrum übrig? Mit einer fünfköpfigen Familie und einer doch erheblichen Anreise ist - pardon - war Baltrum bisher auch nicht so leicht erschwinglich. Nahm man aber in Kauf, da Baltrum ein Feeling von Leichtheit und Freiheit aufkommen lies. Keine Zäune, keine Zugangsdrehtüren und für seinen Kurbeitrag bekam man auch immer etwas zurück (zB Kinderspielhaus, Jugendclub, sauberer Strand etc).
Ich befürchte, wenn jetzt alles verpachtet und/oder privatisiert wird, stehen ganz schnell .... mag ich mir gar nicht ausdenken, wie Zäune den schönsten Nordseestrand Deutschlands verschandeln könnten...

Was bleibt denn dann an Attraktivität für Baltrum übrig? die Luft, der Blick aufs Meer (falls man überhaupt noch nah genug ran kommt)?

Dafür muss ich nicht nach Baltrum fahren...

Wenn dieses "Gäste- und Investorenvergraulen" weiter geht, katapultieren sich die Baltrumer um 130 Jahre zurück. Dann können sie wieder vom Walfang und der Strandpiraterie leben - nur Spass ;)

Wenn ich mir das mal nochmals ausrechne:
- An- und Abreisekosten
- Kfz-Abstellgebühren
- Fährpreis
- Kurtaxe
- Eintritt ins (Schwimm-) Bad
- Eintritt ins Kinderspielhaus
- kein Jugendclub mehr
... und was kommt noch? Vielleicht...
- Zugangsgebühr zum Strand
- Zugangsgebühr zur Promenade
- Einführung des Baltrum-Dollars mit Zwangsumtausch von €25 pro Tag und Person, den man nur auf Baltrum als Zahlungsmittel benutzen kann und der Rest auch nicht wieder erstattet wird - quasi als Zwangsumsatz
- Zugangsgebühr zu den "Wanderwegen"
- ....

Mal im Ernst: wo will Baltrum eigentlich hin?

Baltrum braucht mMn keine Eigenverwaltung. Ein Kurmittelhaus mit einem möchtegern Erlebnisbad muss nicht zwangsläufig von öffentlicher Hand geführt werden, um den Titel "Kurbad" halten zu können.

Warum muss man eigentlich den Jugendclub schließen? Wie wäre es, wenn man auch da - wie im Kinderspielhaus - Eintritt verlangt und ggf. die Getränkepreise etwas anhebt?

Die Vorschläge von mame finde ich gar nicht so schlecht: lieber ein schreckliches Ende, als ein Schrecken ohne Ende...
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon urbo » 05.11.2014, 16:28

. :cry: Mehr fällt mir gerade nicht ein...
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Strandkrabbe » 05.11.2014, 17:16

Hallo Inselfreunde,

da will ich auch mal zu Wort melden.
Eigentlich kann ich dem, was alle Vorredner angemerkt haben nicht mehr ergänzen. Es ist alles gesagt worden.
Ich selber bin mit meiner kleinen Familie die letzten 4 Jahre nach Baltrum gekommen.
Meine jetzige Frau und ich haben sogar dieses Jahr im Urlaub auf Baltrum geheiratet.
Sogar unsere Freunde, die dieses Jahr das erste mal auf Baltrum waren, waren sofort vom Inselflair begeistert. Unsere Tochter hat mit 4 Jahren das erste mal Baltrum betreten.
Jetzt wird sie acht und ist ein richtiger Inselfan. Die Entscheidung vor vier Jahren nach Baltrum zu kommen war von vielen Angeboten der Insel auschlaggebend.
Vor allem war für uns entscheidend, das es kein Autoverkehr gibt, der kleinen wegen. Kurze Wege, ausreichend Angebote wenn es mal Schietwetter ist, (haben wir zum Glück nicht gehabt in vier Jahren :-) ), Kinderspiehuus, Schwimmbad usw.
Nicht zu vergessen die unzähligen anderen Angebote wie Konzerte vom Shantychor, den Eiländer, Stadtfeste, Hafenfeste u.v.m.
Nicht zuletzt die sehr gute Gastronomie (und da kenne ich mich aus) als auch die in allen Häusern sehr entgegenkommende Kinderfreundlichkeit.

Lieber Rat, lieber Bürgermeister, liebe Baltrumer,
ich bin ein "Normalverdiener". Ich kann ein gutes Leben führen und wenn wir uns ein wenig bemühen, steckt auch noch ein wunderbarer Urlaub drin.
Baltrum ist nicht nur unsere Wahl, Baltrum ist auch die Wahl unserer Tochter.
Auch hier würden sicherlich Tränen fliessen, wenn es für uns nicht mehr finanziell zu stemmen wäre.
Die Kinder, die heute Baltrumfans sind und werden, sind Eure Gäste von morgen.
Verständlich ist, das der Kostrendruck hoch ist, aber besonnen muss jetzt gehandelt werden, damit Eure Fans Euch nicht den Rücken kehren.

Ich hoffe, alles wird gut.

Ein Baltrumfan

Es grüßt aus dem schönen Kreis Heinsberg die Strandkrabbe
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon conni » 05.11.2014, 17:56

Klar ist, dass man den Blick in die Zukunft werfen soll.

Aber klar ist auch, dass die vergangenen Defizite und die hohen Schulden nicht von heute auf morgen gekommen sind. Das kann auch nicht eine aktuelle Bilanz, die auswärts gemacht worden ist, glaubhaft erklären. Da gab es jahrelang Kämmerer und bezahlte Gemeindeangstellte, die Bücher führen. Auch gab es über Jahre hinweg Bürgermeister (Tjards und Wietjes, usw.), die rechnen können und sich den Zahlen annehmen sollten. Auch gibt es einen Rat und Ratsmitglieder,, die Entscheidungen beraten und getroffen haben. Viele sitzen heute noch im Rat.

Warum muß ich mal fragen , gibt es einen teueren Umbau des Wellenbades, wenn dieser auf Pump erfolgte? Warum müssen in 2014 zwei neue Feuerwehrautos beschafft werden, wenn kein Geld da ist? Täte es nicht erst einmal der Kauf eines Wagens?

Warum muß ich mir eine Schule für 50 Kinder auf hohem Niveau erlauben, wenn das Angebot auch auf dem Festland da ist, aber auf Baltrum dies mit Schulden erfolgen muß (zumindest der Baltrum betreffende Kostenanteil)?

Stattdessen werden Kurbeitragssyteme angeschafft und Softwaresysteme nachjustiert, deren Wirksamkeit auf "Mehr" Einnahmen offen ist. Und dann läßt sich der Rat auf die Vergitterung von Strandkörben mit den Schlössern ein, deren Unterhalt dann auch nicht mehr schön ist.

Diese Liste ließe sich fortsetzen (BKW, Lampen). Gleichzeitig wurde das alte Kurbad verscherbelt und die Bauträger verdienen sich eine goldene Nase, statt an die Einnahmenseite zu denken.

Ich denke, die Baltrumer Räte und Bürgermeister sind sehenden Auges in die Schuldenkrise gefahren und haben auch dies zu verantworten.

Der jetzige Bürgermeister kann jetzt nur eine Bestandsaufnahme machen und das Beste daraus entwicklen.

Klar ist auch, dass wenn an der Gebührenschraube und Kostenschraube gedreht wird, die Gäste und die zukünften Gäste verschreckt werden.
Dass dieses Vorgehen nicht sinnvoll erscheint , mußte Ronald Reagon mit seiner damaligen Steuererhöhung in den U.S.A. bereits erleben.
Bereits in den 90er Jahren und auch 2014 ist Baltrum eine teuere Insel und jeder Urlaub mit Kindern in den Süden kann billiger erfolgen.
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon 66er » 05.11.2014, 18:05

Spiegelt man die Ergebnisse der Gästebefragung mit den Vorschlägen aus der Ratssitzung, stellt man fest, daß der Rat den Schuß nicht gehört hat. Mames Vorschläge gehen da in die richtige Richtung.
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon saemmel » 05.11.2014, 18:12

Kann es nicht sein, dass man einen ausgeglichen Haushalt vorlegen will, um dann den Schuldenerlass zu erhalten? Dafür muss aber vorher die Kurverwaltung von der Gemeinde abgekoppelt werden, da nur Gemeinden einen Schuldenerlass erhalten.
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Re: Baltrum muss sparen - aber um welchen Preis?

Beitragvon Mr.Meadow » 05.11.2014, 19:02

Hallo 66er,
das kann ich nur sehr bedingt so sehen wie du.
Die Auswertung hat doch sehr deutlich gemacht, wie wichtig den Gästen Schwimmbad und Schlechtwetterangebot ist.

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