Verhältnis der Vermieter zum Touri

Hier gehören allgemeine Diskussionen rund um Baltrum und Baltrum-Online rein.
Strandräuber1964
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Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Strandräuber1964 » 11.04.2016, 20:06

Hallo allerseits

nachdem wir am Samstag unsere geliebte Insel Baltrum nach einem sehr schönen Familienurlaub bei allerbestem Wetter verlassen mussten - ich betone "mussten" - habe ich nun eine Frage in die Runde:

wie ergeht bzw. erging es euch mit euren Vermietern der FeWo / Pensionszimmer / Hotelzimmer?

Wir hatten in diesem Jahr ein paar schöne Tage mit der ganzen Familie incl. zwei volljährigen Jungs (20 + 25) und eben ganz besonders der SchwiegerMum mit 78 und Rollator. Wir hatten wirklich schöne, gemeinsame Tage und unsere Oma hat beim Verlassen der Insel tatsächlich ein paar Tränen vergossen; so schön wars.

Was mich aber doch stört: beim Vermieter hatte ich nun zum zweiten Mal gebucht und ich kenne sie immer noch nicht, auch beim ersten Mal durfte ich den/die Vermieter nicht kennenlernen. Ist das normal?
Ich kenne das anders. Ich besuche Baltrum nun seit über 40 Jahren, mit meiner Frau war ich vor über 30 Jahren schon dort bevor wir überhaupt verheiratet waren. Und immer hatte ich Kontakt zum Vermieter bzw es gab einen konkreten Ansprechpartner. Aber in diesem Fall scheint der Vermieter nicht interessiert zu sein an einem konkreten Kontakt zum Feriengast.

Ich finde das etwas befremdlich und es hinterläßt vor allem einen faden Beigeschmack nach dem Motto: ich will deine Kohle aber ansonsten lass mich in Ruhe / du interessierst mich nicht.
Wie sind da die Erfahrungen anderer Urlaubsgäste? Bin ich mit dieser Erfahrung alleine oder haben noch andere Gäste diese Erfahrung machen müssen.

Das interessiert mich schon sehr, denn bisher habe ich meine/unsere Urlaube auf Baltrum immer als etwa besonderes empfunden. Ich danke euch vorab für eure Rückmeldungen.

LG
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Karsten Paulsen
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Karsten Paulsen » 13.04.2016, 22:17

Strandräuber1964 hat geschrieben:ch kenne das anders. Ich besuche Baltrum nun seit über 40 Jahren, mit meiner Frau war ich vor über 30 Jahren schon dort bevor wir überhaupt verheiratet waren. Und immer hatte ich Kontakt zum Vermieter bzw es gab einen konkreten Ansprechpartner. Aber in diesem Fall scheint der Vermieter nicht interessiert zu sein an einem konkreten Kontakt zum Feriengast.
Moin,
da bist Du nicht mehr inmitten, sondern am Abschluss eines tiefgreifenden Wandels, der schon vor langer Zeit begonnen hat. Dieser Wandel hat sich nicht nur auf der Vermieterseite, sondern auch auf der Gästeseite vollzogen. Als wir noch Kinder waren, gehörten die Gäste für die Ferienzeit mit ins Haus und zur Familie. Die Gästefamilien verbrachten fast ihren gesamten Jahresurlaub in unserem Haus. Strandutensilien, Boote, ja sogar Kleidung wurde bis zum nächsten Jahr in unserem Haus eingelagert. In der Frühstücksveranda verabredeten sich die Gäste zu gemeinsamen Unternehmungen, Abends wurde in dieser bis zum Abwinken gemeinsam gefeiert. Sehr zur Freude (Umsatz) und Verdruss (morgens früh aufstehen) meiner Eltern. Es gab einfache Mahlzeiten, von Bockwurst, Hühnersuppe bis Spiegelei und fertig.

Irgenwann war das weg. Ich erinnere mich, wie ich in den späten 80ern meinen Eltern aushalf und bemerkte, daß die Gäste beim Frühstück nicht mehr über die Tische hinweg miteinander sprachen. Ich fand das befremdlich. Es war jetzt jeder für sich.

Ähnliches wiederfuhr uns mit den Sylvesterfeiern. Hatte es bisher gereicht, Geld einzusammeln (damit warst Du eingeladen, ob Gast oder Insulaner) die Feier ergab sich dann von selbst, wurde plötzlich gefragt: "Und was wird geboten?" Damit kam auf unserem Eiland die Konsumgesellschaft an, man machte nicht mehr selbst, man wollte machen lassen.

Dem Wunsch nach Individualisierung (mehr ich, weniger wir) trugen die Vermieter durch ein vermehrtes Angebot von Ferienwohnungen Rechnung. Den Vermietern blieben gleichzeitig die Langzeitgäste aus. Und 5 Tage Gäste kann nicht jeder wie ein liebes Familienmitglied integrieren. Inzwischen werden auch eine Reihe von Objekten gar nicht mehr von den Besitzern vermietet, so daß man diese überhaupt nicht mehr zu Gesicht bekommt.

Ich denke das mancher Vermieter im Spagat steht und auch schon festgestellt hat, daß viele Gäste gar keinen Kontakt wünschen. Allerdings könnte ich aus dem Stegreif Hotels und Pensionen nennen (und das sind nicht zuwenig) wo man als willkommener Gast aufgenommen wird.

Gruß Karsten Paulsen
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Karsten Paulsen
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Strandräuber1964 » 14.04.2016, 15:43

Hallo Karsten Paulsen

danke für deine Antwort. Der Wandel in der Gesellschaft ist mir durchaus bewußt - und da ich mit meinen knapp 52 Jahren ein recht altmodischer Mensch zu sein scheine, bin ich darüber tatsächlich nicht wirklich begeistert.

Das dieser Wandel an Baltrum nicht schadlos vorbeizieht, ist mir auch klar. Wenn man aber zum zweiten Mal beim gleichen Vermieter bucht und auch dann noch niemanden kennenlernen durfte, obwohl man sogar im gleichen Haus wie der Vermieter wohnte, dann ist das für mich einfach befremdlich. Dazu kommt, dass in der Bestätigungsmail geschrieben wurde, dass "die Wohnung offen ist und wir ohne weitere Anmeldung hineindürften, sie sich aber melden würden weil sie eventuell gerade beschäftigt wären".....

Ich will hier kein Faß aufmachen; dafür gehe ich beim nächsten Mal in die Alte Liebe :D aber wenn man auf Touristen angewiesen ist - ist es dann nicht sinnvoll, Beziehungen zu pflegen um Kunden an sich zu binden und damit für die Zukunft das Geschäft zu sichern? Stammkunden vereinfachen i.d.R. einiges, das weiß ich aus eigener Erfahrung!

Für mich ist klar dass ich bei diesem Vermieter nicht mehr buche. Der Urlaub ist nie billig, wenn wir auf Baltrum sind schauen wir aber auch nicht auf den Cent ( was im Interesse aller Baltrumer sein dürfte :wink: ) aber so mag ich es auch nicht akzeptieren. Zumal: die Möblierung teilweise..... anderes Thema.

Wie auch immer, vielleicht ließt möglicherweise der betreffende Anbieter meine kritischen Zeilen und denkt mal drüber nach. Ein zahlender Tourist, der sich nicht ernstgenommen fühlt oder mit dem Gefühl nach Hause fährt, nur zahlendes TouriVieh zu sein ohne das man sich dafür Mühe geben müsste - der kommt eben nicht wieder. Es gibt ausreichend Konkurrenz auf der eigenen und auf diversen anderen Inseln.

Nach jetzigem Stand landen wir am 28. August erneut auf dem Dornröschchen der Nordsee an; und wir freuen uns jetzt schon.

Gruß in den Norden
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Strandräuber1964 » 15.04.2016, 02:07

Ich will folgendes noch anfügen:

Wenn ich eine FeWo für 6 Personen anbiete dann sollte ich auch in ALLEN Bereichen diese Wohnung für 6 Personen ausgestattet haben. Es reicht nicht, sechs Betten und sechs Stühle am Esstisch anzubieten, es sollte dann auch eine Sitzgelegenheit für diese sechs Personen vorhanden sein. Es gibt nun einmal einmal eine Menge Menschen, die sich abends einfach vor die Glotze flöntzen möchten. Wenn man aus dem Pott bzw ganz besonders aus Regionen von NRW kommt ist man möglicherweise abends nicht mehr bereit oder in der Lage für große Aktivitäten, weil das Klima an der See umhaut. Wir selbst erfahren das trotz langjähriger Erfahrung jedesmal!

Und diese Kritik sei mir gestattet: wenn ich als Vermieter an den Möbeln spare und nur billgen Schrott von Roller oder PocoDomäne (oder wie auch immer diese Läden heißen mögen) kaufe, kann der Kunde nicht wirklich zufrieden sein. Ich kann den Sparwillen durchaus verstehen - aber nicht nachvollziehen. Das ist so, als wenn ich einen Lambo fahren aber E10 tanken würde.

Wir hatten nun in den vergangen Jahren den konkreten Vergleich und der zeigt klar, dass man mit einer billigen oder billigsten Ausstattung einer FeWo seine Kunden vergrault. Die Wohnung, die wir vom 03. - 09. April dieses Jahres gebucht hatten, war räumlich für den Zeitraum optimal weil barrierefrei. Die Möblierung jedoch war zu 60 Prozent unter aller Würde. Abgesehen davon dass das beim Gast einen schlechten Eindruck hinterlässt, wie verhällt es sich denn mit der Nachhaltigkeit? Die sollte auf den Inseln doch eine besondere Gewichtung geniessen.

Trotz aller Kritik meinerseits - wir sind bald wieder da.

Sonnige Grüße
Strandräuber1964
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Karsten Paulsen
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Karsten Paulsen » 15.04.2016, 05:02

Das kläre das alles bitte direkt mit dem Vermieter. persönlich, telefonisch oder schriftlich. Du bist doch da gewesen und hättest um ein Gespräch bitten können. Jetzt nachträglich sich öffentlich zu beschweren ist keine Lösung.
Gruß aus Aurich
Karsten Paulsen
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Hauke Haien » 15.04.2016, 11:15

@Karsten Paulsen: Strandräuber spricht doch keinen Einzelfall an. Wenn er sich hier beklagt, und damit ist er nicht der Erste, der dieses Thema hier anspricht, dann will er doch eine Veränderung im Ganzen erreichen! Baltrum lebte und sollte auch in Zukunft vom persönlichen Kontakt leben, du hast in deinem Beitrag ja auch angesprochen, wie es früher war. Das sich heute aufgrund des gesellschaftlichen Wandels einiges geändert hat, geschenkt. Aber Baltrum hat doch massive Probleme und kann sich hier ein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten, dass andere Inseln nicht haben: Klein, fein aber nicht exklusiv, persönlich. Auch wenn ich in einer FeWo urlaube, habe ich dennoch nicht nur Kontakt bei der An- und Abreise mit dem Vermieter. Ich fühle nicht ernst genommen, kann Lob und Tadel los werden, und komme gerne wieder. Wenn der Vermieter aber nicht einmal bekannt ist, wie soll ich ihn ansprechen? Von daher ist dein Vorschlag weniger konstruktiv. Das die Kritik vom Strandräuber auch unschuldige Vermeiter trifft, o.k. das ist schade. Aber die Vermieter mit dem Herz an der richtigen Stelle wiessen schon, dass sie nicht gemeint sind - den anderes wird es vermutlich egal sein.

Baltrum hatte mal einen Bürgermeister mit sehr viel Ehrgeiz: Er wollte, dass alle Baltrumer am Erscheinungsbild der Insel arbeiten, den Saisonkräften vernünftigen Wohnraum zur Verfügung stellen und denen, die als Zugereiste auf der Insel Wohnraum mieten müssen, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen - er hätte mehr Untertsützung erfahren können.

Allein der NDR-Beitrag (http://www.ndr.de/fernsehen/die-nordrep ... ge646.html) über die drei Flüchtlinge, die in einem Baltrumer Unternehmen, dass FeWos betreut, gearbeitet haben, zeigt doch wie hoch die Zahl der FeWos ist, die nicht mehr vom Besitzer direkt vermietet werden. Alles gut durchorganistiert, unpersönlich bis abweisend! - habe ich schon selber erlebt, brauch ich nicht wieder. Was mir dabei einfällt: Wie gehen die Gäste wohl mit solchen Wohungen um? Ebenso unpersönlich und lieblos?

@Strandräuber: Viel Glück bei der Suche nach DEM richtigen Vermieter - denn Urlaub ist die wichtigste Zeit im Jahr!

So ich muss jetzt erstmal auf den Deich, mal gucken ob die Strandpiraten wieder die Grasdecke zerstört haben (war eine Scherz!)
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Simon » 15.04.2016, 14:14

Mich wundert es, das überhaupt noch jemand nach Baltrum fährt. Soviel Arroganz und Ignoranz (seitens Insulaner) wie auf Baltrum habe ich ja noch nie erlebt.
Fängt bereits bei der Autoabgabe an. Glücklich auf der Insel angekommen und noch voller Urlaubsfreude, bekommen die Insulaner noch nicht mal ein „Moin“ ausgesprochen. Stattdessen stolzieren Sie (oder fahren dich mit dem Fahrrad übern haufen) an dir vorbei als würden wir Außerirdische oder sowas sein oder du wirst blöd angepöbelt weil du als Fußgänger auf „deren Straße“ oder falschen Seite von der Straße spazierst usw. usw.

Ich glaube den lieben Insulaner ist es überhaupt nicht mehr bewusst, dass Sie von den Gästen leben …… mal abgesehen von den Ferienwohnungen wo die Zeit stehen geblieben ist aber trotzdem ein Haufen Miete verlangt wird.

Sorry aber das brannte mir schon länger unter den Fingernägel.
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Moorgeist » 15.04.2016, 14:25

Von welcher Insel ist denn hier die Rede?
Insulaner und Autos entgegen nehmen? Erlebnisse in "Deutschland" der Insel zuzurechnen, macht wenig Sinn.

Und was sie Freundlichkeit angeht: Da kann ich mich wirklich nicht beklagen .... wenn man freundlich "moin" brummt, wird das auch erwidert. Aber vielleicht hat's ein Oberbayer da auch leichter, weil man sich hinsichtlich der gelegentlichen verbalen Sparsamkeit recht ähnlich ist ;)

Angepöbelt worden bin ich noch nie (vielleicht sehe ich aber auch so aus, dass man es lieber lässt ^^).
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Hauke Haien » 15.04.2016, 16:02

@Moorgeist: Ok, die Sache mit dem Aussehen, ich nehmen an, dass neben deinem Beitrag immer dein Passbild gezeigt wird?! (War ein Scherz, bitte nicht gleich Hubertus von Sprenger einschalten :) ). Welche Insel gemeint ist? Kann nur Wangerooge sein, denn die gehört zwar zu den ostfriesischen Inseln, aber nicht zu Ostfriesland!
@Simon: Wenn es dir SO unter der Nägeln brennt, dann man nichts wie ab zur Pediküre!? Baltrum bildet da auch nur den Querschnitt der Bundesdeutschen Bevölkerung ab. Deine satirische Betrachtung in Ehren, aber so schlimm ist es nicht. Und wie Moorgeist schon sagt, wenn man ein "Moin" brummt, dann kann man am Folgetag sogar ein "Mion" hübsch gebrummt als erstes entgegen nehmen. Und davon ab, der gemeine Ostfriese ist gar nicht so stur wie oft beschrieben. Er ist eher wie eine Muschel, erst wenn sie geöffnet ist erschließt sich die ganze Pracht.
Eine Frage hätte ich aber denn auch noch: Warum postest du deinen ersten Beitrag erst nach 514 Tagen Mitgliedschaft im Forum?
Jau, ich muss jetzt los: Hab mit meinem Pferd einem Termin beim Herrn Knigge, mal gucken ob der helfen kann.
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon urbo » 15.04.2016, 16:09

@ Simon

also da muß ich doch auch mal was sagen. Als ich die ersten Urlaube { ab 2000} auf Baltrum war, fand ich es sehr unfreundlich, das oft nicht mal ein Moin erwidert wurde, ein erstes Grüßen war fast ein Wunder.
Aus Bayern und Österreich kannte ich es ganz anders, in den kleinenOrten in stillen Bereichen grüßt eigentlich jeder und meist der Einheimische zuerst. In den Bergen grüssen sich sogar die Touris.
Inzwischen kennt man auf Baltrum etliche- woher auch immer, manche nur vom wiederholten sehen- und da klappt es Prima mit dem Moin, auch zuerst . :D

Das man auch auf einer autofreien Insel als Fußgänger den Gehweg benutzt, sollte doch selbstverständlich sein, vor allem bei so vielen Gästen im Sommer.
Bedenke doch mal, das die Baltrumer selten ne Spaßfahrt machen und gerade in der Saison eilig unterwegs sind und wenn dann die Touris in Gruppen querbeet laufen, ist das schon heikel.
Das empfinde selbst ich als Rad fahrender Wintergast manchmal blöd, selbst bei wenig Fußgängern.
Bin allerdings auch schon auf der Strasse gelaufen - Gedankenlosigkeit :oops:
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Moorgeist » 15.04.2016, 18:10

Oooch Schimmelreiter ... das Bild wird mir nicht gerecht, es ist geschönt und viel zu freundlich.
In Wirklichkeit bin ich mindest so streng, wie Scheich Falafel, wenn er seinem Sohn sagt, dass er das Cannonball-Rennen für ihn gewinnen möge ^^

@urbo: Nicht zu vergessen, dass man über 1000m Höhe grundsätzlich "per DU" ist ;)
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Strandräuber1964 » 15.04.2016, 21:03

Ich habe jetzt gerade das Gefühl, der Thread rutscht ab.

Mich hat einfach interessiert, ob andere Feriengäste eine ähnliche Erfahrung machen mussten - nicht mehr. Wie schon anderweitig erwähnt, besuche ich Baltrum seit über 40 Jahren und insgesamt ist meine Erfahrung positiv.
Ich bin ja nicht weltfremd und weiß auch ohne Kommentar, dass ein gesellschaftlicher Wandel nicht spurlos an Baltrum vorbei geht. So sind die Zeiten eben. Trotzdem denke ich, dass eine so kleine und unter erschwerten Bedingungen lebende Gemeinde wie Baltrum durchaus andere Wege gehen muss wie z.B. Düsseldorf, Köln, Castrop-Rauxel.....

Wenn man in unseren Breitengraden im Verkauf arbeitet oder einen ähnlichen Job hat, dann wird bis zum Erbrechen vom Arbeitgeber vorgebetet, dass man dafür sorgen soll das der Kunde sich wohl fühlt, man soll eine Beziehung aufbauen usw. Das lässt sich fast unbegrenzt weiterführen, würde aber den Rahmen sprengen.

Ich weiß nun einmal, dass es anders geht, ich hab es ja erlebt, auch in jüngerer Vergangenheit. Ich wollte damit keine übertriebene Kritik lostreten oder vermuten lassen, das Baltrum mir nicht mehr gefällt. Ganz im Gegenteil: vermutlich fahren wir zukünftig gar nicht mehr woanders hin! Wir sind auch bei den letzten Besuchen durchweg freundlich empfangen worden (Ausnahme der aktuelle Vermieter) und haben uns wohlgefühlt. Fahrt mal nach Fehmarn - dann seid ihr froh wenn ihr wieder auf Baltrum seid!

Mal so am Rande: mein Hausarzt (mit einem sicher deutlich besseren Verdienst) fuhr bis vor zwei Jahren einmal im Jahr nach Norderney. Bei meinem Besuch vor etwa 4 Wochen in seiner Praxis kam das Thema zur Rede; sein Anmerkung wörtlich: "kann ich mir nicht mehr leisten, Norderney ist mittlerweile zu teuer und auch zu sehr zugebaut, die machen da auf mondän".

Also nix für ungut, ich bereue fast den Thread eröffnet zu haben, aber wenn es in der Verwaltung der Gemeinde Baltrum jemanden gibt, der hier mitliest, dann kommt das Thema ja vielleicht einmal zur Rede bei der nächsten Gemeindeversammlung. Baltrum ist eine Perle der ostfriesischen Inseln, möglicherweise hat der Eine oder Andere Vermieter das vergessen. Mit ganz kleinem Aufwand lässt sich da das erwähnte "Alleinstellungsmerkmal" schnell hervorheben. Und das hat absolut nichts mit dem berüchtigten Ar... nachtragen zu tun!

Bis zum 28. August
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Moorgeist » 15.04.2016, 21:34

Das ist hier beinahe Normalität, dass ein Thread auch mal abrutscht ;)
Sicher hast du schon gemerkt, dass hier so einige bereit sind, für "ihre Insel" in die Bresche zu springen ...

Zu dem, was du gepostet hast ... ja, du hast sicher recht bei einigem.Wobei ich niemals persönlich betroffen war, weder von unfreundlichen / abwesenden Vermietern, noch von mieser Ausstattung. Aber, man hört von anderen Gästen auch Anderes.
An sich sollte man meinen, dass das von Dir geschilderte Verhalten durch den Markt selbst reguliert wird - aber das klappt in einem Laden sicher besser als bei einer Ferienwohnung.

Unser Vermieter ist erstens anwesend und immer ansprechbar, für den Plausch oder ne "Tass Kaff" zu haben und er fragt auch schon mal "was kann ich alles am Haus verbessern". Da fühlt man sich einfach gut aufgehoben.

Auch früher gab's da keinen Grund zu klagen (hab auch schon über 40 Inseljahre hinter mir), allerdings war ich nie in einer Pension / einem Hotel, sondern immer nur Ferienwohnung /-haus, wo man naturgemäß etwas mehr Distanz hat.
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Dornrose » 15.04.2016, 22:15

@strandräuber! Du musst auf keinen Fall bereuen, diesen Thread eröffnet zu haben. Genau richtig und lass dich nicht entmutigen, wenn du hier mal mehr oder wenigen Gegenwind spürst, es gibt nun einmal viele verschiedene Meinungen auf dieser Welt.

Deine eigentliche Frage, ob andere Gäste auch deine Empfindungen teilen, als Urlauber nicht ernstgenommen zu werden, soll hier aber nicht auf der Strecke bleiben. Karsten hat den Unterschied zwischen damals und heute sehr gut geschildert. Auch ich erinnere mich an Zeiten, die ca. 50 Jahre zurückliegen. Unvergessen, wenn unsere Vermieterin zur Abfahrt an den Anleger kam und uns Kindern zum Abschied eine Tüte Zookekse als Reiseproviant ans Schiff brachte. Auch am Anleger empfangen wurden wir bei der Ankunft jedes Mal. Nur war es natürlich auch damals noch so, dass ein Urlaub im der Regel auch mindestens 3 Wochen dauerte. Die meisten Urlauber fahren heutzutage noch für 1-2 Wochen nach Baltrum. Aus den seinerzeit, als Nebenerwerb angebotenen Pensionszimmern sind Ferienwohnungen geworden, die oftmals nicht direkt vom Vermieter betreut werden.

Auch ich finde es immer wieder schade, wenn ich merke, wie wieder ein Stück von meinem Baltrum geändert wurde, aber das ist leider der Lauf der Zeit.

Ich kann mich eigentlich nicht beklagen. Zwar habe ich bei meinem letzten Besuch meinen Vermieter auch nicht kennengelernt, weil es auch kein Vermieter von der Insel war, hatte aber vorher sehr netten telefonischen Kontakt und wusste, an wen ich mich bei Problemen hätte wenden können. Erkundige dich doch bei einer Buchung ob Kontakt zum Vermieter üblich ist. Wegen der Ausstattung: die meisten Wohnungen sind im Internet zu sehen und oftmals findet man auch Bewertungen der Wohnungen.

Erstmal liebe Grüße aus Hannover :lol:
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Hauke Haien
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Hauke Haien » 15.04.2016, 23:19

@Dornrose: Ich hab mich direkt gefreut, dass hier mal wieder ein Thread entstanden ist, in dem mal wieder ein wenig Dampf steckt. Wobei Strandräuber nach meiner Meinung doch noch keinen Gegenwind hatte, oder? Der Vorschlag von Karsten, Strandräuber solle die Probleme doch mit seinem (ihn nicht bekannten) Vermieter klären, dann ist das doch eher ein Totschlagargument. Vielleicht will er sich nicht der Diskussion stellen, aus welchem Grund auch immer? Das Problem, eine schlechte FeWo zu erwischen ist überall gleich. Wenn sich das noch mit der Anonymität und einer schlechten Cobi-Golfbahn paar, dann hat der Touri sein persönliches Tschernobyl. Stellt nun der Touri im Verlauf einer mehrjährigen Versuchsreihe fest, dass sich auch der Zustand von Onnos Kinderspielhaus, des Kinderbadebereichs oder das Angebots für Gäste in der Zwischensaison nicht zu seinen Gunsten verbessert (dies war der Versuch einer diplomatischen Formulierung), dann wird es schnell zu einem Fukoshima - nicht nur für den Touri. Genau das Problem hat Strandräuber (wie viele vor ihm) hier aufgegriffen. Die therapeutische Wirkung des FHS (Methode nach Gänsefeder; FHS steht für Frust-Herunter-Schreiben) ist wissenschaftlich bestätigt, deshalb hat er auch richtig gehandelt. Meine Problem ist eben nur die flächendeckende Nicht-Wirkung auf der Insel. Einige haben die Gefahr erkannt, aber ebenso viele meinen, es geht so weiter wie bisher. Es fehlt vollständig die Erkenntnis, dass Stillstand Rückschritt bedeutet. Sich darüber beklagen, dass früher alles besser war, selber aber die Insel verlassen und aus der Entfernung Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung bei der Steuer einreichen (letzteres ist ok, das erstgenannte ist Verantwortungsflucht) finde ich nicht ok.
Jau, ich werde jetzt meinen Schimmel erstmal die Apfelsteuerplakete 2016 aufkleben, ist heute mit der Post vom Zoll gekommen.
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Dornrose » 15.04.2016, 23:56

Hallo Hauke, auch ich habe mich gefreut, dass hier mal wieder ein neuer Thread geöffnet wurde. Bisher hat Strandräuber nach meiner Meinung keinen nennenswerten Gegenwind erfahren müssen. Wir wissen aber, was nicht ist, kann noch werden und es wäre ja schade, wenn er gleich geschockt würde. Es gab hier ja leider genügend User, die dem Forum gefrustet den Rücken zugewandt haben. Sind ja nicht alle so hartgesotten wie ich. Es wundert mich ohnehin, dass es momentan von der Insel keine Kommentare gibt. Normalerweise wäre doch die Aufforderung, seinen Urlaub woanders zu verbringen, fällig gewesen. Aber vielleicht hat Strandräuber ja den Nagel auf den Kopf getroffen.

Liebe Grüße aus Hannover :lol:
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Koestritzer » 16.04.2016, 00:17

wir haben in 24 Jahren immer nur super super Vermieter gehabt. Da lasse ich überhaupt nix drauf kommen.

Ich stelle fest, dass mittlerweile mehr auf Facebook diskutiert wird als hier im Forum. Dort melden sich hin und wieder auch mehr Einheimische zu.Wort.
Baltrum ist doch einfach nur... Lebensfreude pur !!!
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Strandräuber1964 » 16.04.2016, 00:22

Ich freue mich über die Reaktionen. Wirklich. Das zeigt mir, dass ich mit meinen Gedanken nicht alleine stehe.

Es ist mir bewußt, dass man keinen Vergleich mit den Zeiten von vor 40 Jahren anstellen kann. Aber hier mal für alle, wie das damals war: wir hatten zwei Zimmer in einer Pension im Ostdorf bei Frau Neßladeck (so hieß sie wohl) mit Frühstück- sehr reichhaltig - und der Toilette und Dusche auf dem Flur. Damals kein Problem; heute Ausschlußkriterium.

Gefrühstückt wurde mit den anderen Feriengästen des Hauses im gemeinsamen Aufenthaltsraum, da kam man zwangsläufig ins Gespräch und die Kinder lernten sich kennen. Ging gar nicht anders. Frau Neßladeck bot dann noch zweimal die Woche zum Abendessen die gebratene Scholle an. Ein Traum und der Fisch war so groß wie der Teller selbst. Musste man vorher buchen, ansonsten ging man leer aus und konnte zusehen, wie sich die anderen an dem Fisch labten.

Meine Eltern haben für den Urlaub wohl wirklich das ganze Jahr Kohle weggelegt denn selbst kochen war undenkbar. Es gab jeden Tag Eis und alles was wir uns wünschten, ich denke aber auch dass wir damals noch gar nicht solche Ansprüche stellten. Ich kann mich erinnern, dass im Jahr 1974 (?) durch eine große, vorgelagerte Sandbank eine sehr schöne Lagune bei Ebbe entstand, in der ich rumschwamm, bis sich meine Haut aufzulösen schien. Schnorchel und Schwimmflossen hatten mir meine Eltern damals auf Baltrum gegönnt (alles kauft bei Stadtlander) :D

Es ist eben so: wenn man etwas über einen längeren Zeitraum kennt, tut man sich mit bestimmten Dingen vielleicht schwerer. Da ich immer von mir selbst ausgehe(n) (muss!) frage ich mich natürlich, warum die Baltrumer dem allgemeinen Trend der Oberflächlichkeit nicht mit einfachsten Mitteln entgegen wirken. Und damit entgegen der Allgemeinheit auf ihrer Insel etwas schaffen, was dann etwas ganz besonderes sein könnte. Man muss nicht unbedingt aus 35 km Höhe aus einer Kapsel springen um etwas besonderes zu sein.... und einen Energydrink braucht es auch nicht!

Schönes Wochenende allerseits
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Hauke Haien » 16.04.2016, 13:55

@strandräuber: Das man eine schlechte FeWo erwischen kann, ist doch klar. Das hier zur Diskussion stellen finde ich auch nicht falsch, sei es um heraus zu finden, ob es anderen auch schon so ergangen ist, oder um ein einfach auch mal Frust abzulassen. Wenn hier im Forum nur nette Gespräche gewünscht sind, dann sollte man sich heute Abend dem Silbereisen reinziehen, da ist die Welt noch i.O.. Ich bleibe auch auch dabei: Die Baltrumer sollten sich mal fragen, ob sie sich noch wie in den 1970-Jahren verhalten wollen. Da gab es zwei Badetürme und zwei Badeabschnitte, mindestens doppelt so viele Strandkörbe wie heute, zwei Hallenbäder mit richtigen Bademeistern, Feinkost Jansen hatte genug Kunden um zu existieren, Wietjes als besseres Geschäft im Vergleich zum Inselmarkt, die Kajüte und später das Kiek für das Nachtleben, ... ach das dauert mir zu lange. Kurz, die Welt hat sich verändert. Die Ansprüche sind gewachsen bei gleichzeitig gesteigerten Geiz. Letzteres wird gerne als Schmipfwort benutzt. Ich sehe es hier aber als Anspruch, dass ich für mein Kröten auch entsprechende Leistung erhalte. Ist das Gesamtpaket nix (schlechte FeWo, keinen Vermieter in Sichtweite, "überschaubare" Leistungen der Gemeinde/der KV für de Kurtaxe, ect.), dann hat man das Recht sauer zu sein und sich als "Melkkuh" zu fühlen. In solchen Situationen stellt sich dann auch eine gewisse Ohmacht ein: Man findet nicht die Worte und will sich auch irgendwie nicht den Urlaub mit Meckerei beim Vermieter, beim Golfbahnbetreiber, bei der Gemeinde, ect. versauen. Später dann kommt aber doch das Bedürfnis, seinem Frust freien Lauf zu lassen. Das kann Baltrumer und Insulaner vermeiden! Wie heißt es doch in der Geschäftswelt: Ein unzufriedener Kunde nimmt 10 mit? Das spürt langfristig auch der Mirkokosmos Baltrum!
PS: Meiner Frau kann ich meine ständige Sehnsucht mach Baltrum aufgrund der vielen Negativpunkte schwer vermitteln, auch wenn sie uns nur in kleinen Portionen ereilt haben. Unserem Vermieter ist in diesem Zusammenhang absolut nichts vorzuwerfen, im Gegenteil: Er ist tragende Säule unseres regelmäßigen Besuchs auf der Insel!!
Jau, ist muss jetzt erstmal mit meinem Schimmel zum Frisör (Hagenström gibt es auch nicht mehr, vielleicht ist das wirklich kein Verlust?!), der Pony wird zu lang.
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Re: Verhältnis der Vermieter zum Touri

Beitragvon Moorgeist » 16.04.2016, 18:11

Wieeee Hagenström gibt es nicht mehr?? :shock:
Soviel zu tragenden Säulen ...
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