Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Hier gehören allgemeine Diskussionen rund um Baltrum und Baltrum-Online rein.
kohle96
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Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon kohle96 » 16.12.2015, 23:24

Moin.

Tolle Zahlen, tolle Aktionen, tolle Saison 2015

Danke an alle die sich engagieren, spenden und mit uns den schwierigen aber richtigen Weg gehen.

Wir bleiben noch ein weiteres Jahr! ;)

Weiter so Jungs, aus der Regierung der Insel.

Alle für Balle!

Euer Kohle 8)

++++++++++++++++++
Bei der gestrigen Sitzung des Gemeinderates auf Baltrum wurden zu den beiden mit Spannung erwarteten Tagesordnungspunkten, Kurbeitragskalkulation und Haushaltsplanung 2016, keine Beschlüsse gefasst - dafür aber zu dem neu eingefügten Punkt zur geänderten Tagesordnung, Geschäftsordnung des Gemeinderates. Die CDU-Fraktion hatte den Antrag gestellt: Die Einladung zu den Sitzungen habe verpflichtend mit dem Beifügen aller nötigen Anlagen und Beschlussvorlagen zu erfolgen. Wiederholt hatten sich die Ratsherren darüber beschwert, zu spät Einsicht in wichtige Dokumente nehmen und sich daher nicht besprechen zu können. Nun beschloss der Rat die Fixierung dieses Passus in der Geschäftsordnung einstimmig.
Die Kurbeitragskalkulation wurde von Bürgermeister und Kurdirektor Berthold Tuitjer vorgestellt. Dieser konnte zunächst mit positiven Zahlen aufwarten, wofür er sich namentlich beim Betriebsleiter des SindBads, Dennis Küpker, bedankte. An Eintrittsgeldern konnten fast 80.000 Euro verbucht werden, bei der Sauna 12.500, im Fitnessraum 2.500, und vor allem der Schwimmunterricht sei beliebt und hätte über 13.000 Euro eingebracht. Für den Verkauf der FreiZeit-Karten aus dem umstrukturierten, privatisierten Sportangebot wurden über 12.000 Euro eingenommen, wofür die Kurverwaltung 20% für sich verbuchen kann. Der HotSpot und der Bademäntelverleih im SindBad erbrachten nicht ganz 1.400 Euro.
Die Kurbeitragseinnahmen sind enorm gestiegen. Während Baltrum in 2013 mit 45.571 Gästen und einem Kurbeitragsaufkommen von 947.000 Euro rechnete, wurde nach der Umstrukturierung auf das Online-Kurbeitragssystem bei einhergehenden Kontrollen ein Plus von 41% bei den Gästezahlen verzeichnet, die Kurbeitragseinnahmen stiegen auf 1.073.016 Euro. In 2015 wurden noch einmal 12% mehr Gäste gezählt, die Einnahmen beim Kurbeitrag liegen nun bei 1.210.921 Euro, wovon 95% in der Hauptsaison eingenommen werden, die übrigen 5% erfolgen aus der ganzjährig ausgedehnten Kurbeitragspflicht. Die Übernachtungszahlen wurden mit 349.000 in 2013 über 406.327 in 2014 auf 435.149 in 2015 gesteigert bzw. erfasst.
Zur Kurbeitragskalkulation legte Tuitjer ein Maßnahmen- und Investitionsprogramm vor, das von der Erneuerung einer Wohnung im Arzthaus (40.000 Euro), der Lüftung im SindBad (100.000 Euro), der Schwallwasserbhälter (80.000), der Neustrukturierung des Kinos (70.000), der Sanierung einiger Toilettenanlagen, der Erneuerung der SindBad-Fassade (400.000) bis hin zur Neuanschaffung eines Treckers (90.000 Euro) reichte, und nach Meinung einiger Ratsherren einer Wunschliste (Summa 1.203.000 Euro) gleichkam. Tuitjer legte dar, dass der Unterhaltungsstau - oder Investitionsstau - einer Neuberechnung des Kurbeitrages zugrunde gelegt werden müsse und kam bei Einkalkulierung der beitragsfähigen Instandhaltung auf einen Kurbeitrag von 4,10 Euro pro Tag pro Erwachsenen. Die Ratsherren hatten sich schon in den Ausschusssitzungen gegen solch ein Signal ausgesprochen und wollten von der Verwaltung ein Konzept jenseits von Steuererhöhungen für Gäste und Einheimische sehen. Das Interessenbekundungsverfahren hinsichtlich der Umgestaltung des SindBads sei beispielsweise nicht weiter verfolgt worden, warf Jann Bengen (CDU) vor. Da die Kommune über Baurecht entscheide, stelle dies keinen Hinderungsgrund für den Verkauf als Bruchteilseigentum dar, was derzeit sowieso nicht zu verhindern sei. Die Gemeinde solle auf diesen Zug aufspringen, um ihre wirtschaftliche Gesundung zu finanzieren. Tuitjer hatte die baurechtlichen Voraussetzungen als nicht gegeben bezeichnet; zudem hatten sich die Inseln in Hannover gegen den Ausverkauf der Inseln ausgesprochen. Es solle Priorisierungen an den wichtigen Stellschrauben geben, stellte Tuitjer in Aussicht, die Erneuerung der Schwellwasserbehälter für das SindBad sei vorrangig.
Für die Ratsherren kam der Vorschlag zur Kurbeitragserhöhung zudem zu spät - der Prospekt sei schon gedruckt, die Vermietungen samt Verkauf von Pauschalen liefen bereits an, hieß es. Harm Ubben, neuer Kämmerer für Baltrum in Ihlow, schlug vor, erst einen Fahrplan aufzustellen und neue Maßnahmen in 2016 zu ergreifen.
Es wurde allgemein großer Beratungsbedarf gesehen, wie auch in der anschließenden Haushaltsdebatte.
Die Verwaltung habe noch einige Hausaufgaben zu machen - die Verabschiedung eines Haushaltsplans für 2016 wurde auf Februar verschoben. Insgesamt zeigten die ergriffenen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung Wirkung, gab sich Ubben zuversichtlich und erntete für seinen Ausblick Applaus. Die Aufgabe des Rettungsdienstes (Übernahme durch den Landkreis), die Einstellung des Kurbetriebes (Privatisierung durch KuBa), die Erhebung von Eintritt ins SindBad, Miet- und Pachtanpassungen und die Anhebung der Realsteuersätze (ein Plus von 110.000 Euro) schlagen positiv zu Buche. Ins Auge gefasst werden müssten Instandhaltungsmaßnahmen wie die Sanierung der Straßen unter 50% Einbeziehung von Anliegerbeiträgen über 500.000 Euro) sowie die unumgängliche Aufstellung eines Feuerwehrbedarfsplans durch ein Ingenieurbüro.

Bin hier übrigens zu keinem weiteren geschreibsel bereit. Freue mich nur über das tolle Jahr. Alles andere kann man gerne mit mir direkt beschnacken. Danke
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Karsten Paulsen
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Karsten Paulsen » 17.12.2015, 09:17

Meinen Dank auch an Sabine,

die es immer wieder schafft die komplexen Sachverhalte so wiederzugeben, daß auch ich sie verstehe! :D

Karsten
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Moorgeist » 17.12.2015, 10:25

Dem schließe ich mich an ... kann man nicht genug loben, das Engagement!
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Black Baron » 18.12.2015, 14:08

Am meisten erschüttert die hohe Zahl der Kurtaxhinterzieher!!! Damit sind besonders die Vermieter gemeint. Mit dieser Zahl haben wir seitens des Rates nimmer gerechnet. Das ist unser aller Kapital, welches uns jährlich fehlte, um im Fremdenverkehr gut aufgestellt zu sein. Wir alle sind die GEMEINDE. Dieses Verschulden ist nicht zu reparieren. Das neue Kurtaxsystem war lange seitens des Rates gefordert, wurde aber leider blockiert. Das Haushaltssicherungskonzept hat uns alles schwer bewegt, aber offensichtlich sind wir auf dem richtigen Weg.
Wir können wieder in die Zukunft blicken.

Gruß. Olaf Klün
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Dornrose » 18.12.2015, 14:36

Dem kann ich nur anschließen. Hatte mein Erschrecken hierüber schon einmal im Januar im Thread "Baltrum muss sparen..." deutlich gemacht. Ich hätte das nie für möglich gehalten, dass zum Einen Vermieter so wenig mitdenken und dass es zum Anderen soviele unehrliche Kurgäste gibt. Darunter müssen nun alle leiden. Denn sicherlich würde die Insel ohne ihre Finanzmisere (und damit vielleicht andere Preise) noch mehr Gäste erwarten können. Die Preise schrecken jemanden, der Baltrum nicht kennt ab.

Kann man nicht jemanden einsetzten, der sich hinsetzt und vergleicht, wieviele Gäste gewisse Vermieter hatten und wieviel Kurtaxe dafür gezahlt wurde? Das würde sich doch sicher lohnen, da muss es doch Möglichkeiten geben, dies nicht ungestraft zu lassen.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon mame » 19.12.2015, 18:08

Moin zusammen
Moorgeist hat geschrieben:Am meisten erschüttert die hohe Zahl der Kurtaxhinterzieher!!!

Ja, da war ich allerdings auch platt, als ich diese Zahlen las. Man war ja so Pi mal Daumen von 10 bis 15 % Kurtaxhinterziehung ausgegangen - und nun das. Ich meine man kann auch gut sehen, dass die Kontrolle direkt am Schiff in diesem Jahr die "Ehrlichkeit" noch mal gesteigert hat :D

Man sieht auch gut, dass die Gästezahlen überproportional zu den Übernachtungszahlen gestiegen sind. Bei den Übernachtungszahlen ergibt sich dann ein prozentualer Anstieg von ca 30% von 2013 auf 15 im Gegensatz zu den Gästezahlen, die ja einen Anstieg von 53% aufzeigen.
Das entspricht dann bei der Kurtaxbilanz mit ca 25% Anstieg in etwa der Steigerung der Übernachtungszahlen.
Da man als Gewerbetreibender hier nicht den Eindruck hat, dass tatsächlich die Bettenbelgung in den zwei Jahren um 25 bis 30% angestiegen ist - eher wurde Gegenteiliges beklagt von manchen Seiten, muss man wohl oder übel davon ausgehen, dass tatsächlich bis zu 30% jährlich Kurtaxe hinterzogen wurde, was in 10 Jahren sich dann auf satte 2,5 bis 3 Mill. summiert. Das ist schon der Hammer!
Also, entgegen meiner Kritik von vor zwei Jahren muss ich heute zugeben, die neuen Kurtaxregelungen waren absolut sinnvoll!
Schöne Grüße
mame
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Moorgeist » 19.12.2015, 19:14

mame hat geschrieben:Moin zusammen
Moorgeist hat geschrieben:Am meisten erschüttert die hohe Zahl der Kurtaxhinterzieher!!!

mame


Ich habe das zwar gar nicht geschrieben, sondern der ehrenwerte Herr Baron, jedoch drückt das auch meine Meinung aus.
Ich finde das schade.
Schon als Kind standen wir immer am Dienstag nach Pfingsten bei der Kurverwaltung an und zahlten.
Nun wird eben vorher via Internet bezahlt. UND: Unser Vermieter fragt IMMER, ob man das schon erledigt habe, ansonsten würde er sich drum kümmern.

Ich habe weder für Vermieter Verständnis, die absichtlich an der Hinterziehung der Kurtaxe mitwirken, noch für die Gäste.

Man rechne hoch, wieviele Einnahmen der Insel über die Jahre entgangen sind.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Dornrose » 19.12.2015, 22:49

Auch ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, zu denen man bei der Kurverwaltung anstand, um seine Kurtaxe zu zahlen. Seinerzeit fuhr man aber auch für 3-4 Wochen nach Baltrum und mietete ein Strandzelt und da musste man ja nachweisen, dass man Kurtaxe gezahlt hatte. Heutzutage mieten ja längst nicht mehr alle Kurgäste ein Zelt/ Korb.

Anschließen möchte ich mich aber auch "mame", der feststellte, dass sich die Kurgastzahlen gefühlt nicht erhöht haben. Ich war zwar dieses Jahr nur im Winter da, aber ich habe natürlich im Sommer immer Webcam geschaut. Wenn ich dann zur Strandgymnastikzeit geschaut habe, hab ich mich oft gewundert, wie wenig Leute da am sporteln waren. Sicher kann man die heutige Zeit nicht mehr mit " Tante Anneliese-Gymnasik" vergleichen, aber nur so 10-15 Personen find ich in der Hauptsaison doch arg wenig.

Es sollten seitens des Rates alle Anstrengungen unternommen werden, den entstandenen Schaden zu begrenzen und zu versuchen den Tätern auf die Spur zu kommen. Bisher dachte ich immer, die Kriminalität auf Baltrum sei sehr gering, aber so kann man sich irren.

Sollte sich nicht bei einigen Vermietern nachträglich noch das schlechte Gewissen regen?

Es ist zwar schön zu sehen, was die Baltrumeinwohner alles unternommen haben, um den Gästen etwas zu bieten, da ist es dann um vielfaches gemeiner, wenn sich dann andere auf deren Kosten bereichern.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon 66er » 20.12.2015, 11:07

Erstens: War es früher nicht so, daß Kinder unter 12 keinen Beitrag zahlen mußten?
Wenn ja, stimmen eure ganzen Hochrechnungen über die entgangenen Beiträge nicht.
Und außerdem trifft dies überraschenderweise gerade eine wichtige Zielgruppe, die sich auch nicht so schnell in 2015 ein anderes Ziel suchen konnte.

Zweitens: was ist das denn bitte für ein Argument, der Beitrag würde nicht erhöht, da der Prospekt schon gedruckt sei? Wie war das nochmal mit dem Sindbad? Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt.
Was jetzt nicht bedeutet, ich hielte eine weitere Erhöhung für sinnvoll.

Drittens: Ja, Olaf, ihr kennt eure Mitbewohner auf der Insel schon länger und die schwarzen Schafe sind auch nicht erst seit der letzten Ratssitzung bekannt. Insofern erschüttert es mich eher, daß das Finger-Pointing erst jetzt beginnt.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Meyer » 20.12.2015, 11:23

Moin zusammen,
ich muss hier mal einhaken. Die Kurtaxehrlichkeit war in der Vergangenheit dann doch etwas höher, als hier vermutet wird. Ihr unterschlagt völlig, dass in 2015 die Altersgrenzen zur Kurbeitragspflicht von 12 auf 6 Jahre gesenkt wurde, außerdem sind Vergünstigungen jeglicher Art, z. B. der Heimgruppen gestrichen worden und überdies wurde die Kurtaxe ganzjährig erhoben. Inwieweit die Hundeabgabe darin auch noch enthalten ist, das weiß ich im Moment nicht. Es bleibt festzuhalten dass die erzielten Mehreinnahmen somit auf die versteckten Erhöhungen in 2015 zurückzuführen sind. Somit sehe ich die Kurtaxunehrlichkeit bei 10 bis 15 % angesiedelt, welches natürlich auch viel zu viel ist.

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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Dornrose » 20.12.2015, 11:37

OK, das hört sich ja schon etwas weniger erschreckend an. Aber in der Tat noch immer zu viel. Die vorher angenommenen Zahlen liessen ja schon auf Betrügereien fast aller großen und kleinen Vermieter schliessen. Es dürfte doch jetzt aber weniger "Arbeit" bedeuten, wenn die schwarzen Schafe ohnehin bekannt sind, diese zur Rechenschaft zu ziehen.
Oder sollen dafür tatsächlich alle leiden?
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Dornrose » 20.12.2015, 12:00

Jetzt ist mir aber noch etwas aufgefallen, was mich an den "nur 10-15%" wieder zweifeln lässt. 41% mehr Gäste? Wurden die Kinder bisher auch nicht eingerechnet? Und warum war es dann auf der Insel so leer?
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Moorgeist » 20.12.2015, 16:01

Ich vermute, dass das nicht 41, sondern 14 % heißen soll? 41 % wären wohl nicht darstellbar und es passt auch nicht zu den absoluten Zahlen.
Natürlich muss man auch die veränderten Rahmenbedingungen (Altersgrenze, ganzjährige Beitragspflicht) berücksichtigen.

Aber eben das, was dann noch übrig bleibt, und seien es "nur" 10 %, ist doch noch zu viel. Von 1000 Gästen zahlten also 100 nicht? Bei, vereinfacht dargestellt, 1 Mio Einnahmen 100.000 zusätzlich mögliche? Wenn man bedenkt, was die Gemeinde mit 100.000 € alles bewirken kann ...
In absoluten Zahlen ist das eben "nicht ohne".
Deswegen finde ich die Kontrollen beim an-Bord-Gehen gut.

Natürlich könnte ich von dem, was ich an Kurtaxe zahle, auch schön Essen gehen - aber das muss mir die Insel wert sein.
Zuletzt geändert von Moorgeist am 20.12.2015, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Dornrose » 20.12.2015, 16:07

So stehts aber geschrieben....
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Moorgeist » 20.12.2015, 16:24

Richtig, aber die daneben genannten absoluten Zahlen (947.000 auf 1.073.000) sprechen eher für einen Zahlendreher.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Hauke Haien » 27.12.2015, 12:21

Moin Moin, ob nun ein Fehler in den Angaben ist oder nicht, ist doch egal. Ergebnis ist und bleibt: Die Übernachtungszahlen und -besucherzahlen sind wohl eben doch nicht gesteigert worden. Letztlich wird das neue "Kurbeitragskonzentrationssystem" die Schlupflöcher geschlossen haben und so zu Mehreinnahmen, mehr Übernachtungs- und Besucherzahlen und auch zu mehr Kurbeitragsgerechtigkeit geführt haben - und das ist gut so. Auch wenn in der Vergangenheit der "ein oder andere" Vermieter die Angelegenheit nicht so ernst genommen hat, die Gemeinde hat es auch nicht. Schaue ich z.B. nach Wangerooge, dann sehe ich schon seit mehreren Jahren eine Überwachung der Gäste, die der Kontrolle an der Deutsch-Deutschen Grenze in nichts nachsteht. Da ist mir das Baltrumer Modell viele sympathischer! Aber was soll es. Es macht jetzt auch keinen Sinn mehr, die "kontraproduktiven" Vermieter zur Rechenschaft ziehen zu wollen. Vielmehr muss den derzeitigen Initiativen Anerkennung ausgesprochen werden. Diese versuchen im Moment die Insel für die Gäste so attraktiv wie möglich zu gestalten. Bestes Beispiel ist der aktuelle Weihnachtsmarkt, den ich mir gerne persönlich anschauen würde. Daher nicht nur "Yes we can" seitens der Politik und Verwaltung, sondern vielleicht besser "Solidarność" der Insulaner, der Baltrumer und auch der Gäste - noch mal Hut ab.
So ich muss jetzt erst mal meinem Schimmel Ohrenschützer holen, die Sylvesterknaller sind eben doch zu laut.
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon K@rla » 28.12.2015, 10:20

Für Freunde der Statistik:
Die Zahlen sind so wohl richtig - dass 41% mehr Gäste von 2013 auf 2014 nicht die gleiche Prozentzahl an Mehrübernachtungen (und damit Kurbeitragsaufkommen) ergeben, erklärt sich daraus, dass scheinbar vor allem bis dato die Kurzurlauber nicht zur Kurtaxe herangezogen wurden (Schalter am Wochenende geschlossen, "lohnt sich nicht", "merkt eh keiner", zu "aufwändig" für Vermieter...) ...
Es gab einst ein einfaches, schickes, unpersonalisiertes Kurbeitragsverfahren für Kurzurlauber unter fünf Tagen (so in den 80ern), aber das ist mit der einst charmanten Baltrumer Vermietungskultur genauso hinten herüber gefallen wie einige andere charmante baltrum-typische Dinge (wie z.B. dass Wippen nicht, niemals! vom Hafen geklaut wurden)...
... sagt der Erklär-Bär

Einen guten Rutsch!
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Moorgeist » 28.12.2015, 13:58

Danke, Erklär-Bär, für die Erläuterung. Das leuchtet dann ein.

Letztlich entscheidend ist ja die Zahl der Übernachtungen.
Und ja - früher war nicht alles schlechter ...

Wäre ich z. B. jetzt am 25. angereist und gestern wieder gefahren, so hätte ich tatsächlich keine Möglichkeit gehabt, Kurtaxe zu zahlen (ich gehe davon aus, die Gemeinde war "ZU"). (Ja okay, ich weiß schon wie, aber der normale Kurzurlauber eben in so einem Fall nicht).
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Re: Yes we can. Baltrum auf dem richtigen Weg.

Beitragvon Hauke Haien » 12.01.2016, 23:15

Mion Mion, da diskutieren wir, stellen Vermutungen auf, deuten Zahlen und Kaffesatz und in Wahrheit ist alles anders: Nun ist es amtlich, 12% mehr Gäste auf Baltrum, so steht es in der Zeitung.
https://www.kreiszeitung.de/lokales/nie ... 23469.html. So lassen sich Zahlen auch zu Marketingzwecken "verwenden".
Hoffentlich kriegt mein Schimmel im kommenden Jahr noch seine Hufen auf den Inselboden, wenn da soviele Gäste herumlaufen!?

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